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Düsseldorfer bietet Bild aus Stüve-Sammlung an – Stadt fehlt das Geld Vier Putten für Osnabrück?

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Allegorie auf die Jahreszeiten: Dieses Gemälde wird dem Osnabrücker Museum angeboten. Repro: Kulturgeschichtliches MuseumAllegorie auf die Jahreszeiten: Dieses Gemälde wird dem Osnabrücker Museum angeboten. Repro: Kulturgeschichtliches Museum

Düsseldorf/Osnabrück. Sie locken mit kessem Blick und fleischigen Rundungen – vier Putten, die auf einem Barockgemälde den Reigen der Jahreszeiten feiern. Das Bild gehörte einst zur Osnabrücker Stüve-Sammlung. Jetzt wird es der Stadt wieder angeboten. Doch die hat kein Geld.

2012 feiert Osnabrück den hundertsten Jahrestag der Stiftung des ehemaligen Bürgermeisters Gustav Stüve (1833–1911), der seine Sammlung Alter Niederländer dem Kulturgeschichtlichen Museum vermachte. Der Jahrestag soll mit einer Ausstellung gefeiert werden. „Der Erwerb des Gemäldes wäre für diese Ausstellung die Krönung gewesen. Aber wir haben dafür keine Mittel“, sagt auf Anfrage Dr. Thorsten Heese, Kurator im Kulturgeschichtlichen Museum. „Die Stadt wird kein Geld einsetzen können. Einen Ankaufsetat gibt es nicht mehr“, bestätigte auf Anfrage auch Kulturdezernentin Rita Maria Rzyski. Ein möglicher Erwerb des Bildes steht nach ihren Worten nicht oben auf der Präferenzliste, wird aber geprüft.

Das 85 Zentimeter breite und 1, 45 Meter hohe Gemälde war 2002/2003 als Leihgabe präsentiert worden. Seinerzeit eröffnete das Haus die einzelnen Sammlungsbereiche in erneuerter Gestaltung, darunter auch die Stüve-Sammlung, deren Osnabrücker Bestand rund 70 Werke umfasst. „Ich hätte das Bild gern in der Sammlung“, umreißt Heese die Wunschvorstellung des Kurators. Dabei bleibt es einstweilen. Inzwischen läuft für Osnabrück die Zeit. Denn Wolfgang Degode, mit seiner Frau Eigentümer des Gemäldes, will mit einem Verkauf nicht länger warten. Seine in Düsseldorf-Kaiserswerth ansässige Familie hatte das Bild aus ihrem Besitz 2002 an das Osnabrücker Museum ausgeliehen. Im Familienbesitz befindet sich das um 1720 entstandene Werk seit 1886. Damals hatte eine Stüve-Tochter den Maler Wilhelm Degode geheiratet. „Wir konzentrieren uns auf Düsseldorfer Maler“, sagt Wolfgang Degode heute und ergänzt: „Deshalb würden wir uns gern von dem Bild trennen, das nach Osnabrück gehört.“

Wolfgang Degode hat das Gemälde inzwischen beim Londoner Auktionshaus Christie’s schätzen lassen. Ein paar Monate will er nach eigenen Worten noch warten. Dann soll das Bild eingeliefert und versteigert werden.

Nach Informationen des Kulturgeschichtlichen Museums geht die Darstellung der vier Putten auf ein Motiv von Peter Paul Rubens (1577–1640) zurück. Kuratoren vom Rubenaeum in Antwerpen und vom Amsterdamer Rijksmuseum gehen von einer Arbeit zweier niederländischer Maler aus. Dr. Martina Sitt vom Düsseldorfer Kunstmuseum vermutet den Angaben zufolge, dass das Bild auch von dem süddeutschen Freskomaler Carpoforo Tencalla (1623–1685) stammen könnte. „Die Qualität entspricht nicht der eines Rubens, ist aber völlig in Ordnung“, sagt Thorsten Heese zu dem Bild.


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