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Hundehalter üben Erstversorgung ihrer Tiere für den Ernstfall Erste Hilfe für Piroschkas Pfote

Von Henning Müller-Detert

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Eher gelangweilt als nervös verfolgt Mischlingshündin Piroschka die Erste-Hilfe-Übung an ihrer Pfote. Foto: Egmont SeilerEher gelangweilt als nervös verfolgt Mischlingshündin Piroschka die Erste-Hilfe-Übung an ihrer Pfote. Foto: Egmont Seiler

hmd Osnabrück. Pfoten und Ohren sind besonders gefährdet: Dort erleiden Hunde am ehesten Bisswunden. Zudem droht Gefahr durch Scherben. Was muss Herrchen tun, wenn sich der geliebte Vierbeiner Verletzungen zugezogen hat? Diese Frage beantwortet die Johanniter-Unfall-Hilfe mit dem Lehrgang „Erste Hilfe am Hund“.

„Der Kursus richtet sich an Hundehalter, die sich sicher sein wollen, dass sie ihr Tier in Notfällen adäquat versorgen können“, sagt Ausbilderin Martina Nebel. Zu den Teilnehmern gehört Hans Kapris, seine Begleiterin heißt Piroschka. Mit der 34-Kilogramm-Mischlingshündin macht der Osnabrücker lange Spaziergänge, dabei ist Piroschka sehr kontaktfreudig und geht gerne auf andere Hunde zu. Deshalb möchte Kapris vorbereitet sein, wenn es doch einmal zu einer Beißerei und damit zu Verletzungen kommen sollte. Bislang hatte Piroschka bereits eine Bisswunde am Ohr und dazu eine Schnittwunde durch eine Scherbe davongetragen.

Vier Doppelstunden dauert die Veranstaltung. Die Liste, die Martina Nebel mit den Teilnehmern durchgeht, ist lang: Es geht um erste Maßnahmen bei Brüchen über Biss- und Schnittwunden bis zum Zeckenbiss. Ein zentraler Punkt ist das Anlegen von Verbänden. Die sollen gut gepolstert werden, um die Blutzirkulation nicht zu stören, erläutert die Ausbilderin. Wichtige Utensilien, die man als Hundebesitzer im Haus haben sollte: Pfotenschutz und Desinfektionsmittel.

Ein anderes Thema ist die Vergiftung. Da Hunde mitunter ungenießbare Pflanzen fressen, sollte man zunächst seinen eigenen Garten auf mögliche Gefahren überprüfen. Giftig sind zum Beispiel Engelstrompete, Rizinus-Samen oder Eiben. Schon 30 Gramm von deren Nadeln können tödlich für den Hund sein, sagt Martina Nebel. Bei Giftschutzzentralen, die häufig an Unikliniken angegliedert sind, bekommt man Informationen, ob das vom Hund Gefressene überhaupt gefährlich ist. Aber natürlich gibt es Situationen, in denen der Mensch nicht weiß, ob sein Hund etwas Falsches gefressen hat. Anzeichen dafür können taumelnder Gang, Atemstörungen, Durchfall oder Hautveränderungen sein.

Zum Auftakt geht es aber um die Eigensicherung. Bei Panik oder Schmerzen kann ein Vierbeiner auch gegenüber dem eigenen Halter unberechenbar sein, sagt Martina Nebel. Deshalb lohnt es sich auch ohne Notfall zu üben, wie man dem Hund einen Maulkorb aufsetzt.


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