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Gäste aus den Niederlanden und den USA im Osnabrücker Land Rotterdamer Arbeitsexperte: Jeder ist vermittelbar

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Osnabrück. „Wer bei uns Arbeit sucht, kann morgen anfangen“, bringt es der Leiter des Rotterdamer Reintegrationsbetriebs Werkland, Dick Vink, auf den Punkt. Gemeinsam mit dem amerikanischen Arbeitsvermittler David Heaney war Vink in der Stadt und im Landkreis Osnabrück zu Besuch, um sich über die Möglichkeiten dezentraler Arbeitsvermittlung bei der Maßarbeit und im Jobcenter zu informieren.

Besonders der familienzentrierte Ansatz bei der Maßarbeit beeindruckte die beiden Experten, heißt es in einer Pressemitteilung der CDU/UWG-Gruppe im Kreistag. Dieser ganzheitliche Ansatz, den Arbeitsuchenden in seinem sozialen Umfeld zu erfassen, um für ihn dann passgenaue Lösungen zu finden, um wieder in Arbeit und Brot zu kommen, ist ein Beispiel, welches es verdient, ausgezeichnet zu werden. David Heaney ist stellvertretender Vorsitzender des Dienstleisters „Maximus“, der mit weltweit 6000 Mitarbeitern Menschen in Beschäftigung vermittelt und betreut. Abhängig von dem Aufwand, den die Vermittlung verlangt, werden dann Provisionen an den Vermittler ausgezahlt. „In London bekommen wir diese Provision erst, wenn der Vermittelte ein Jahr wieder in Beschäftigung ist“, erklärte Heaney den staunenden Vertretern aus Stadt und Landkreis Osnabrück, „wir tragen also für mehr als zwölf Monate das volle Risiko und treten für den staatlichen Auftraggeber in Vorleistung“.

Überzeugt zeigten sich die Vertreter vom Modell der Optionskommune im Landkreis, so die CDU/UWG-Gruppe weiter. Durch die Integration von unter anderem Jugendhilfe und Sozialarbeit bietet man so viele Hilfen aus einer Hand an und kann viel besser auf die individuellen Bedürfnisse der Arbeitsuchenden reagieren und durch frühzeitige Maßnahmen helfen, dass Arbeitslosigkeit gar nicht erst passiert. „Jeder kann etwas“, gab sich Bernward Abing, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und sozialpolitischer Sprecher der CDU/UWG-Gruppe, die den Kontakt zu Vink hergestellt hatte, optimistisch. „Es muss unsere Aufgabe sein, die Talente unserer Arbeitsuchenden zu entdecken und diese zu fördern“, so Abing weiter, „nur zu sagen, was nicht geht, ist völlig kontraproduktiv.“

Im Rotterdamer Vorzeigeprojekt werden Arbeitsuchende vom ersten Tag an in Gruppen von circa 20 Personen an vier Tagen in der Woche beraten und gefördert, mit dem Ziel, mindestens die Hälfte der Arbeitsuchenden nach zwei Monaten wieder in Arbeit zu vermitteln. „Jeder Tag in Arbeitslosigkeit ist ein verlorener Tag“, so Vink, „wir müssen den Menschen helfen. Jeder ist vermittelbar.“


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