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Aus gesundheitlichen Gründen Dienstältester Weihbischof: Papst nimmt Kettmanns Rücktritt an

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Osnabrück. Deutschlands dienstältester Weihbischof, Theodor Kettmann aus Osnabrück, scheidet voraussichtlich im kommenden Jahr aus seinem Amt. Papst Benedikt XVI. hat das Rücktrittsgesuch des 73-Jährigen angenommen, wie am Mittwoch zeitgleich im Vatikan und in Osnabrück bekanntgegeben wurde. Am 30. November jährt sich auch Kettmanns Ernennung zum Weihbischof des Bistums Osnabrück zum 33. Mal. Laut Bistumsangaben hatte Kettmann vor dem Hintergrund seiner langen Amtszeit aus gesundheitlichen Gründen sein Rücktrittsgesuch eingereicht.

Kettmann war Vorsitzender des Diözesan-Caritasverbandes sowie Beauftragter für die Ständigen Diakone im Bistum Osnabrück. Vor der Teilung des Bistums, zu dem bis zur Gründung des Erzbistums Hamburg 1995 auch Schleswig-Holstein, Mecklenburg und Hamburg gehörten, war er Bischofsvikar für Bremen und Niedersachsen. Während der Vakanzzeit zwischen den Bischöfen Ludwig Averkamp und Franz-Josef Bode 1995 leitete Kettmann die Diözese Osnabrück übergangsweise.

Bode würdigte Kettmann als Glücksfall und „wirklichen Segen" für das gesamte Bistum Osnabrück. Der Weihbischof habe seine verantwortungsvollen und vielfältigen Aufgaben über drei Jahrzehnte lang mit großer Intensität versehen. Er sei ein guter Prediger und einfühlsamer Seelsorger, der leicht einen Draht zu den Menschen finde, so der Bischof. „Gottlob bleibt er in der Nähe und wird mir weiter mit Rat und Tat zur Seite stehen", betonte Bode.

Auf Wunsch Bodes wird Kettmann so lange im Amt bleiben, bis ein Nachfolger gefunden ist. Dies kann nach Bodes Einschätzung bis zu zwölf Monate dauern. Formal muss Bode bei Papst Benedikt XVI. um die Berufung eines neuen Weihbischofs nachsuchen. Anschließend schlägt er dem Vatikan drei Kandidaten vor. Im Allgemeinen halte sich der Papst bei der Ernennung eines neuen Weihbischofs an diese Liste, sagte Bode.

Theodor Kettmann wurde am 27. November 1938 in Eggermühlen im Landkreis Osnabrück geboren. Er studierte Philosophie und Theologie in Frankfurt, Münster und Osnabrück. Am 1. Februar 1964 weihte ihn der damalige Osnabrücker Bischof Helmut Hermann Wittler zum Priester. Anschließend war Kettmann als Kaplan in Hamburg, Osnabrück und Fürstenau tätig, ehe er am 18. Februar 1979 im Osnabrücker Dom zum Bischof geweiht wurde. Bis heute ist es in der katholischen Kirche eine Seltenheit, dass ein Kaplan mit dem Bischofsamt betraut wird. Sein bischöflicher Wahlspruch lautet „Lasst uns nach dem streben, was zum Aufbau der Gemeinde beiträgt."


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