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Im Wechselbad der Gefühle Premiere „Dein Leben in 65 Minuten“ im Zimmertheater

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Überzeugendes Spiel: Moritz Stoll, Marc Philipp Neumann und Jörg Artmann. Foto: Thomas OsterfeldÜberzeugendes Spiel: Moritz Stoll, Marc Philipp Neumann und Jörg Artmann. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Einem „toten Tag Leben einhauchen“, das nehmen sich die drei Freunde Lluc (Moritz Stoll), Francisco (Marc Philipp Neumann) und Ignacio (Jörg Artmann) vor, als sie sich an einem Sonntag im Park treffen. Doch dann lesen sie in der Zeitung vom Tod eines gewissen 27-jährigen Albert, in dem sie einen früheren Schulkameraden vermuten, und geraten in ein Wechselbad der Gefühle zwischen Leben, Tod und verpassten Liebeschancen.

„Dein Leben in 65 Minuten“ heißt diese in Spanien angesiedelte 90-minütige „todtraurige Komödie“ von Albert Espinosa, die unter der Regie von Volker Hunsche auf der Amateurbühne vom „Ersten unordentlichen Zimmertheater“ Premiere hatte und Teil des Jubiläumsprogramms zum 20. Bestehen des Zimmertheatervereins ist.

In einzelnen Szenen folgte dabei das Publikum dem Hauptprotagonisten Lluc und seine Freunden zu Schauplätzen wie Park, Kapelle, Aussegnungshalle, Kaufhaus oder Kino.

In die Handlung indirekt einbezogen wurden einzelne Zuschauer, die in der Kinoszene mittels Digitalkamera und Projektor auf die Kinoleinwand gebeamt wurden (Technik: Mareike Coordes). Weiße Quader als vielseitig einsetzbare Requisiten fungierten als Sitzgelegenheit, Bett oder Kinoleinwand in diesem Stück, das vor allem von der Sprache und dem überzeugenden Spiel der Protagonisten lebte.

In geradezu grotesker Manier wanden sich etwa die drei jungen Männer um das Thema Tod und Sterben herum, hielten während der Trauerfeier in der Kirche Ausschau nach möglichen Bekannten und bekamen es mit Alberts superblonder Freundin Carmen (Juliane Schindler) zu tun, mit der Lluc zuvor liiert war. Liebe, Tod und Lebensschicksal entwickelten sich denn auch zum thematischen roten Faden, in den sich vor allem Lluc zusehends verwickelt.

In Alberts Schwester Christina (Julia Vogel) verliebt, kann er sich ihr anfangs nur über eine Notlüge nähern und muss zudem noch immer den frühen Tod seines Vaters sowie die Beziehung zu Carolina (Anette Wolff) aufarbeiten. Am Ende des Stücks bleibt die Erkenntnis, dass 65 Worte nicht ausreichen, um Liebe zu erklären, und dass der Tod gefährlich nahe sein kann.

Weitere Termine: Fr., 16., Sa., 17. u. 30. November sowie 1. 12., jeweils 20 Uhr, Kartentel. 0541/2599595


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