zuletzt aktualisiert vor

Die Petersburg war eine Festung in der Form eines fünfzackigen Sterns

Von Rainer Lahmann-Lammert


Osnabrück. „Traumfabrik Petersburg“ nennt Carsten Gronwald seinen Musikbunker auf dem Güterbahnhof. Die Petersburg war eine Festung in der Form eines fünfzackigen Sterns.

Im Dreißigjährigen Krieg empfand die Stadtbevölkerung die Petersburg vor den Mauern der Neustadt als Bedrohung, weil dort die Kräfte der Gegenreformation ihren Sitz hatten. Nach der Verkündung des Westfälischen Friedens 1648 ebneten die Osnabrücker die ihnen verhasste Petersburg ein.

Auf dem Trümmergelände wurde 1912 der Güterbahnhofs gebaut. Zum Güterbetrieb der Bahn gehörten zeitweise 200 Mitarbeiter, 29 Gabelstapler, 18 Elektroschlepper und 113 Förderwagen. Jahrzehntelang war der Güterbahnhof eine wichtige Säule für die Osnabrücker Wirtschaft – bis die Speditionen den Güterzügen den Rang abliefen.

Am 31. Juli 1997 wurde die Güterabfertigung sang- und klanglos eingestellt. Seitdem liegt das 15 Hektar große Gelände brach. In der ehemaligen Betriebskantine und in anderen Nebengebäuden haben sich Nachtclubs wie die Kleine Freiheit und das Stellwerk als Zwischennutzung eingerichtet.

Vielleicht wird daraus eine Dauernutzung. Zwei Investoren, der Bissendorfer Immobilienfachmann Wolfgang Schreyer und der Diepholzer Steuerberater Friedrich Schilling, haben den Güterbahnhof von der DB-Tochter Aurelis gekauft. Die Kulturszene blickt gespannt auf die nächsten Weichenstellungen.


0 Kommentare