zuletzt aktualisiert vor

80 Mitarbeiter betroffen Osnabrücker Spedition Lührmann in der Insolvenz

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Osnabrück. Das Speditionsunternehmen Walter Lührmann GmbH&Co an der Atterstraße in Osnabrück ist insolvent. 80 Mitarbeiter sind nach Firmenangaben betroffen. Der Betrieb geht trotz der aktuellen Zahlungsunfähigkeit weiter. Die Insolvenzverwalterin ist guter Hoffnung, das Unternehmen retten zu können.

Das 1923 gegründete Traditionsunternehmen bietet mit 48 Lastwagen und sechs Bussen Logistik- und Transportdienstleistungen im In- und Ausland an. Das Amtsgericht Osnabrück hat die Rechtsanwältin Anna Kuleba von der Kuhmann Insolvenzverwaltung als Insolvenzverwalterin bestellt. Sie informierte die Beschäftigten am Wochenende während einer Betriebsversammlung über die weiteren Schritte. Die vorläufige Verwalterin kümmert sich bei der Bundesagentur für Arbeit um die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes und will sich nach Angaben eines Sprechers kurzfristig einen Überblick über das Unternehmen verschaffen.

„Das Traditionsunternehmen Lührmann genießt ein hohes Vertrauen bei Mitarbeitern, Lieferanten und Kunden. Ich habe bei meinen ersten Gesprächen festgestellt, dass die Beschäftigten auch in der Krise zu ihrem Unternehmen stehen und sehr engagiert und motiviert sind. Daher sehe ich gute Chancen, dass es weitergehen kann, und ich werde alles tun, um eine Fortführung zu erreichen“, sagt Kuleba. Der Speditionsbetrieb läuft ohne nennenswerte Einschränkungen weiter. Kuleba betonte, sie werde mit den Möglichkeiten des Insolvenzrechts versuchen, das Unternehmen zu restrukturieren, um damit einen Neuanfang zu ermöglichen.

„Die Wirtschaftskrise in 2009 hat uns enorme Probleme bereitet, die wir noch nicht überwunden haben“, sagt Geschäftsführer Carsten Lührmann, Sohn des Gründers Walter Lührmann. 2009 und 2010 meldeten in der gesamten Branche Spediteure große Umsatzeinbrüche. Ein hart umkämpfter Markt, steigende Kraftstoffpreise, geringe Margen und ein schleppendes Geschäft seien die wesentlichen Gründe für die Insolvenz, so Lührmann. Das Traditionsunternehmen hatte erste Sanierungsschritte unternommen. „Die Zeit hat uns aber überholt“, sagt der Geschäftsführer. Aktuell schreibe das Unternehmen „gute Zahlen“. Es habe aber an Liquidität gefehlt. Das Unternehmen verfüge über erhebliche Vermögenswerte und sei nicht überschuldet. Er sei guter Hoffnung, dass die Spedition aus der Krise herausgeführt werden könne und neu starten werde. Nicht betroffen von der Insolvenz ist der Reiseveranstalter Lührmann-Reisen.

Die Kuhmann Insolvenzverwaltung unterhält acht Niederlassungen in Deutschland, darunter eine in Osnabrück an der Niedersachsenstraße.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN