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Tafelfreuden wie im Kasino Jugendmeister 2011: Auszubildende aus der Gastronomie messen sich in Osnabrück

Von Joachim Dierks


Osnabrück. Neues Spiel, neues Glück: Angehende Köche sowie die Auszubildenden zur Fachkraft in Restaurants, Hotels und der Systemgastronomie (die „Refas“, „Hofas“ und „Fasys“) stellten sich jetzt dem anspruchsvollen Leistungsvergleich um den Titel „Osnabrücker Jugendmeister 2011“. Dieses Mal drehte sich alles um das Motto„Kasino“.

Die Traditionsveranstaltung im Berufsschulzentrum am Westerberg (BSZW) erlebte die 28. Auflage. Das drückt sich in organisatorischer Routine aus, die den geladenen Gästen jedoch keineswegs als ausgetretener Pfad vorkam. Denn immer wieder neu sind nicht nur die teilnehmenden Lehrlinge, sondern ist auch das Motto. Die Veranstalter – außer dem BSZW sind das der Köcheclub Osnabrück und der Verband der Serviermeister, Restaurant- und Hotelfachkräfte (VSR) – lassen sich stets ein neues Thema einfallen, das die Fantasie und Kreativität der „Refas“ und „Hofas“ bei der Ausstaffierung der Schautische sprudeln lässt.

In diesem Jahr lautete es „Viva Las Vegas – Casino Royale“. Sina Möller hat kräftig im Internet gegoogelt und sich Anregungen geholt, was alles so zu einem Spielkasino dazugehört. Die Auszubildende zur Restaurantfachfrau im Restaurant „Am Kachelofen“ in Hasbergen besorgte sich Original-Jettons des „High Roller Casinos“ in Las Vegas und verklebte sie, farblich unterschiedlich sortiert, zu Teller-Untersetzern für den Fünfer-Tisch, den sie zu gestalten hatte. Der fünfarmige Kandelaber in der Tischmitte ist über und über mit Perlen und Pailletten behangen.

Während Frank Sinatra auf der Beamer-Leinwand „The Lady is a Tramp“ trällert und vergessen lässt, dass sich dies alles im nüchternen Zweckbau der Berufsschule abspielt, reicht Katja Bußmann vom Hotel Hagspihl in Quakenbrück einen „Blue Lady“-Cocktail. Sie erklärt einem Jury-Mitglied, was sie sich bei der Dekoration ihres Tisches Nr. 2 mit witzigen Variationen von Spielkarten gedacht hat. Auf Tisch 4 glänzen vergoldete Spielzeug-Pistolen und verlocken dicke Bündel von Dollar-Noten – allerdings aus Hartschaum – zum Zugreifen.

Nachdem die Hotel- und Restaurantfachleute an den Schautischen ihre Bewertungspunkte eingesammelt haben, müssen sie bei der anschließenden Beköstigung der Gäste im Ausbildungsrestaurant auftragen, in weißen Handschuhen und weiterhin unter den strengen Augen der Jury. Franz-Josef Papenbrock, Abteilungsleiter Gastronomie-Berufe am BSZW, erläutert, dass es in den letzten Jahren immer besser gelungen sei, auch die Fachkräfte für Systemgastronomie in den Mehrkampf um Punkte einzubinden und das Berufsbild aufzuwerten. Die „Fasys“ werden gemeinhin mit Fastfood in Verbindung gebracht, jetzt zeigen sie, dass sie auch die langsame Variante beherrschen: ein köstliches Lachstatar, gekrönt von einem Wachtelei, als „Gruß aus der Küche“, von ihnen selbst zubereitet und serviert. Auch für den Kaffee am Ende des Dreigang-Menüs zeichnen sie verantwortlich.

Das Menü selbst stellt natürlich die Haupt-Prüfungsleistung der zehn teilnehmenden Jungköche dar. Aus einem vorgegebenen Warenkorb mussten sie in dreieinhalb Stunden sechs Portionen einer Vorspeise (Ziegenkäse mit allerlei Verfeinerungen), eines Hauptgangs (Lammrücken an Fenchelgemüse) und einer Nachspeise (Weiße Schokoladencreme mit Kokosnuss) herstellen. Andreas Pieper als Vorsitzender des Köcheclubs und seine Mit-Juroren stehen vor keiner leichten Aufgabe, die unterschiedlichen Zubereitungsarten vergleichend zu bewerten.

Bei der Übergabe der Urkunden, Pokale und Sachpreise an die Gewinner

Eine kleine Umfrage unter den versammelten Fachleuten ergab übrigens: Weder die recht umständlichen neuen Namen für die Gastro-Ausbildungsberufe noch die prompt dazu erfundenen Abkürzungen wie „Refa“ haben geholfen, ein altes Problem zu lösen, nämlich eine zeitgemäße Anredeform für die Restaurantfachkraft zu finden. So wird man „Herr Ober!“ und „Ach Frollein, bitte zahlen“ wohl noch länger hören.Das sind die Sieger:Köche: 1. Toshi Suzuki (La Vie, Osnabrück), 2. Daniel Minneker (Idingshof, Bramsche), 3. Sven Görtemöller (Walhalla, Osnabrück).Hotelfachleute: 1. Katharina Klink (Bergeshöhe, Mettingen), 2. Angelina Schober (Steigenberger Remarque, Osnabrück), 3. Anna Konkel (Noltmann-Peters, Bad Rothenfelde).Restaurantfachleute: 1. Julia Rieseler (Forsthaus Arenshorst, Bohmte), 2. Veda Oral (Golfclub Gut Brettberg, Lohne), 3. Sina Möller (Am Kachelofen, Hasbergen).Fachleute für Systemgastronomie: 1. Dominique Pohl, 2. Nadja Krieger, 3. Daniel Harimech (alle McDonald’s Eckstein GmbH, Osnabrück).


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