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Acht Tierarten auf 1,5 Hektar Fläche Zoo Osnabrück eröffnet nordische Tierlandschaft

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Osnabrück. Der Zoo Osnabrück hat die nordische Tierlandschaft Kajanaland eröffnet. Darin sind acht Tierarten beheimatet – und manchmal ist dort ein Geschäftsführer anzutreffen, der so begeistert ist, dass er sich auf einer Ballonfahrt wähnt.

Jetzt ist es mit Andreas Busemann durchgegangen. Andreas Busemann arbeitet als Geschäftsführer im Zoo Osnabrück. Er bittet Sponsoren um Geld, plant und organisiert und vertritt seinen Arbeitgeber nach außen – ganz souverän, ein echter Geschäftsmann eben. Jetzt steht er auf den Holzbohlen des Höhenpfades, blickt über Kajanaland, und es platzt aus ihm heraus: „Das ist einfach geil!“

Er entschuldigt sich für die Wortwahl, aber er grinst dabei. Denn eigentlich weiß er, dass er sich nicht zu entschuldigen braucht. Seit 13 Jahren sei er jetzt im Zoo tätig, sagt er. Alt und grau sei er darüber geworden. Er fährt mit der Hand durch die grau melierten Haare, um das zu unterstreichen, und lacht. Aber die Begeisterung ist geblieben, und nun grinst er wie der Schuljunge, der eine 1 für die Mathearbeit bekommen hat, für die er so viel gelernt hat. Kajanaland ist Busemanns Baby, eine Herzensangelegenheit. Wenn er darüber spricht, lässt er die Arme schweifen, redet über didaktische Konzepte, Finanzierungsmodelle, über neue Pläne, und sein Blick wandert immer wieder zum Gehege der Rentiere, zu den Bären, den Wisenten. Einmal reißt er den Arm hoch, zeigt quer über das Bärengehege und ruft: „Da! Der schwarze Schatten unter den Bäumen, das ist der Vielfraß.“

Der Vielfraß, Bären, Silberfüchse, Rentiere, Luchse, Wisente und Waschbären sind die Bewohner von Kajanaland. Außerdem sei noch ein Nerz im Waschbärengehege unterwegs, erzählt Revierleiter Thorsten Vaupel. Es handele sich dabei um einen „Testnerz“, eine Leihgabe. Denn Nerze gelten als Ausbrecherkönige – und dieser sei ein echter „Sauhund“ habe ihm ein Kollege versichert. Wenn der Testnerz es also nicht schafft, das Gehege zu verlassen, und sich überdies noch mit den Waschbären verträgt, wird den Sauhund ein Nerzpärchen ersetzen.

Auch im Luchsgehege sind die künftigen Bewohner noch nicht zu sehen. Sie seien gerade erst eingesetzt worden und noch etwas scheu, sagt Zoodirektorin Susanne Klomburg. Aber das werde sich bald geben, denn in diesem Fall gelte das Sprichwort „Kommt Zeit, kommt Luchs“.

Neun Monate hat es gedauert bis das 1,5 Hektar große und 2,9 Millionen Euro teure Kajanaland mit dem 230 Meter langen und bis zu sechs Meter hohen Baumwipfelpfad fertiggestellt war. Oder zumindest annähernd fertig. Denn noch fehlt an vielen Stellen das Gras. In Bärengehege und Rentierweide grünt es nur spärlich. Zu trocken sei es bislang gewesen, sagt Vaupel. Außerdem hätten die Rentiere mehr zertrampelt als erwartet.

Aber das sind Kleinigkeiten für Geschäftsführer Busemann, nur eine Frage der Zeit, bis sich auch das regelt. Ihn treiben die nächsten Projekte: die Klimahöhlen, die Nordamerika-Landschaft und Angkor Wat, eine Tempelanlage für die Affen. Erst einmal. Später soll sie erweitert werden. Wie ein Puzzle. Da hat Busemann klare Vorstellungen. „Und der Orang-Utan, Buschi, denken Sie mal an das Dschungelbuch...“, sagt er, lässt den Satz aber unvollendet, weil ihn etwas ablenkt. Über Bären und Rentiere hinweg hat er unter den Bäumen eine Bewegung ausgemacht. Den Vielfraß. Auf dem Höhenpfad könne man einfach alles überblicken – wie auf einer Ballonfahrt über den Zoo, sagt Busemann. Und das findet er eben ziemlich geil.


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