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Evangelisten strahlen wieder Bemalung der Kanzelwand in der Bergkirche in Osnabrück freigelegt – 15000 Euro fehlen noch


Osnabrück. Die Restaurierung der Kanzelwand in der reformierten Bergkirche ist so gut wie abgeschlossen. Das vom Kirchbauverein vorangetriebene 110000-Euro-Projekt ist weitgehend finanziert, es fehlen aber noch 15000 Euro. Die Wiederherstellung ist Teil der Renovierung von Kirche und Gemeindehaus in Osnabrück für insgesamt 1,2 Millionen Euro.

Die komplette Renovierung der Bergkirche soll im April 2012 abgeschlossen sein. Der erste Gottesdienst ist für den 22. April geplant. Inzwischen haben die Restauratorinnen rund um die Kanzel schon ganze Arbeit geleistet. Im Mauerbogen, der die Orgel überspannt, sind die vier Darstellungen der Evangelisten freigelegt und wie die übrigen Ornamente farblich aufgefrischt. Aufwendig wurden die Konturen nachgezeichnet, sodass die Verzierungen wieder deutlich sichtbar werden. Der Spruch „Selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren“, der beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg mit dicken schwarzen Lettern überpinselt worden war, erscheint nun wieder in der ursprünglich schlanken Antiqua mit einem schmucken Initial.

Imke Menenga-Schagon vom Kirchbauverein freut sich über den Baufortschritt. Am kommenden Samstag, 26. November beginnt um 14 Uhr eine Führung für alle Nachbarn der Bergkirche. Und wer noch darüber nachdenkt, ob er den Reformierten bei diesem Projekt finanziell unter die Arme greifen möchte, kann sich auch im Internet über das Projekt informieren (www.bau-bergkirche.de). Dort kann man in einer Abbildung der Kanzelwand durch Anklicken erkennen, welche Teilflächen noch nicht finanziert sind. Und wer schon mit Spenden und Zuschüssen aus der Tasche gekommen ist. Darunter sind neben dem Kirchbauverein Einzelspender, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege, der Osnabrücker Club, der Landschaftsverband Osnabrücker Land, die Senator-Friedrich-Lehmann-Stiftung und die Herrenteichslaischaft.

Aus dem Blickwinkel der Denkmalpfleger ist die Bergkirche eine Besonderheit. Sie wurde als erster evangelischer Kirchenneubau zwischen 1892 und 1893 nach den Plänen des Berliner Kirchenbaumeisters Otto March errichtet. Damals galt sie als sehr modern. Eine Besonderheit: Kirchenbau sowie Gemeinderäume, Pfarrhaus und Küsterwohnung bilden auch baulich eine Einheit. Der Kirchbau selbst ist typisch reformiert: Die Kanzel, von der der Pastor predigt, steht im Mittelpunkt.

In einem ersten Bauabschnitt wurde die Kirche schadstoffsaniert. Bänke und das hölzerne Inventar wurden mit einer Spezialbeschichtung lackiert. Neue Lampen und eine neue Lautsprecheranlage sind auch vorgesehen.


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