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Viele Kunden in Süddeutschland Bedford Wurst- und Schinkenmanufaktur: Verkaufsschlager mit Parmesan und Trüffeln

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Ein erfolgreiches neues Produkt aus dem Osnabrücker Traditionsunternehmen Bedford ist die „Saltufo“, hier präsentiert von Firmenchef Bert Mutsaers. Foto: Klaus LindemannEin erfolgreiches neues Produkt aus dem Osnabrücker Traditionsunternehmen Bedford ist die „Saltufo“, hier präsentiert von Firmenchef Bert Mutsaers. Foto: Klaus Lindemann

Osnabrück. Bedford ist eine Stadt in England mit knapp 90000 Einwohnern, von denen jeder Zehnte italienische Wurzeln hat. Italienisch klingt auch der Name „Saltufo“. So heißt eine mit Parmesankäse umhüllte, 80 Gramm schwere Trüffelsalami-Kugel des Fleischwarenherstellers Bedford aus Osnabrück.

Dieses neue Produkt, das erst seit eineinhalb Jahren hergestellt wird, hat bei dem 1909 gegründeten Traditionsunternehmen alle Erwartungen übertroffen, wie die Inhaber und Firmenchefs Gabriele und Bert Mutsaers unserer Zeitung verrieten. Verkauft wurden nach ihren Angaben bisher mehr als zwei Millionen Stück davon. Das entspräche der vollen Ladung von vier 40-Tonnen-Lastzügen.

Die Menge ist erstaunlich, da die „Saltufo“ „im hochpreisigen Segment“ angesiedelt ist, wie Wolfgang Sinn erklärt. Er ist Chef einer familiengeführten Stuttgarter Fleischerei mit Partyservice, die sich Qualität auf die Fahnen geschrieben hat. „Trotz ihres hohen Preises ist die ,Saltufo‘ bei unseren Kunden sehr gefragt“, sagt Sinn, der nach eigenen Angaben schon seit 25 Jahren mit Bedford zusammenarbeitet „wegen der gleichbleibend hohen Qualität“, die gut zu seiner Ausrichtung auf den Feinkostbereich passe. Auch verschiedene Sorten Sülze, Rohschinken und Leberwurst bezieht der schwäbische Kunde laufend von dem Osnabrücker Unternehmen.

Eine rege Nachfrage von Kunden aus Süddeutschland ist bei Bedford nichts Außergewöhnliches. Auch auf dem Viktualienmarkt in München wird zum Beispiel „Osnabrücker Friedensschinken“ angeboten. „Unsere Produkte gibt es ausschließlich in Bedienungstheken von Metzgereien, Feinkostgeschäften und ausgesuchten Lebensmittel-Einzelhändlern“, sagt Gabriele Mutsaers. Und in Süddeutschland gebe es nun einmal mehr Fleischereien als im Norden. In den 1960er-Jahren, als ihr aus den Niederlanden stammender Vater Piet Mutsaers das Unternehmen von Heinrich Bedford übernahm, gab es auch in der Umgebung des Firmensitzes Osnabrück viel mehr Fleischereien als heute.

Gabriele Mutsaers ist Fleischermeisterin, auch ihr Bruder Bert hat diesen Beruf erlernt. Nach dem Tod ihres Vaters 1982 mussten sie früh unternehmerische Verantwortung übernehmen. „Wir wollen keine industrielle Massenproduktion“, lautet ihr Credo, obwohl sie in ihrer Fabrik in moderne Anlagen und Raumausstattung investiert haben, im vergangenen Jahr allein 3,8 Millionen Euro. Um ihren Qualitätsanspruch noch stärker nach außen wirken zu lassen, wurde das Unternehmen gerade umfirmiert. Die Bedford Fleischwaren GmbH & Co. KG heißt neuerdings Bedford GmbH & Co. KG – Wurst- und Schinkenmanufaktur.

Wegen des hohen Anteils an Handarbeit sei es schwierig, Preissteigerungen bei Grundprodukten im Verkauf abzufedern, sagen Gabriele und Bert Mutsaers. Das wichtigste Grundprodukt für Bedford ist Schweinefleisch. Hier gab es 2011 im Vergleich zum Vorjahr Preissteigerungen im zweistelligen Prozentbereich. Deshalb dürfe man, so die Firmenchefs, das Umsatzplus bei Bedford von 5,9 Prozent auf 54,6 Millionen Euro nicht als wichtigstes Kriterium betrachten. Wichtiger sei die Absatzmenge, und die habe sich mit einem Plus von zwei Prozent auf erstmals mehr als 6000 Tonnen „ganz gut“ entwickelt. Die Zahl der Mitarbeiter erhöhte sich im vergangenen Jahr um neun auf 311 Beschäftigte, darunter mehr als 100 gelernte Fleischer.

Bedford ist übrigens einer der größten Importeure von Trüffeln in Deutschland. Für die traditionelle Trüffelleberwurst, aber auch für die „Saltufo“ werden die Edelpilze aus Italien verwendet. Aber auch auf der Verkaufsseite agiert Bedford international. Die Exportquote stieg zuletzt aufgrund lebhafter Nachfrage aus den Niederlanden von 8,8 auf 10,7 Prozent.


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