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Neue BBK-Ausstellungsaktion: „Gespalten“ Osnabrück: Wilhelmshavener Künstler zu Gast

Die Künstler (von links): Christa Marxfeld-Paluszak, Sigrid Bahrenburg, Margareta Hihn, Peter Geithe, Brigitte Schmitz, Anne Dueck von Essen, Angelika Glaub. Foto: Robert A. FrommDie Künstler (von links): Christa Marxfeld-Paluszak, Sigrid Bahrenburg, Margareta Hihn, Peter Geithe, Brigitte Schmitz, Anne Dueck von Essen, Angelika Glaub. Foto: Robert A. Fromm

Osnabrück. Seit geraumer Zeit treffen im BBK-Kunstquartier Exponate von einem hiesigen und einem auswärtigen Mitglied der bundesweiten Künstlervereinigung Bund Bildender Künstler (BBK) aufeinander. Jetzt erfährt dieses Konzept eine Erweiterung: Im Rahmen einer Kooperation zwischen der „Sezession Nordwest“ und der BBK-Bezirksgruppe Osnabrück haben sich neun Künstler aus Wilhelmshaven zusammengetan, die ihre Werke hier ausstellen, und sechs aus Osnabrück, die ihre Arbeiten nach Wilhelmshaven geschickt haben.

„Gespalten“ heißt das Thema, auf das sich die Teilnehmer der Ausstellungsaktion geeinigt haben. Schon vor dem Betreten des Kunstquartiers spürt man etwas von der Bedeutung des Wortes: In den Schaufenstern liegen Objekte zum Aufklappen. Wie bei einem Pop-up-Bilderbuch, bei dem sich durch Öffnen einer Seite dreidimensionale Erlebniswelten erschließen, entstehen bei den Klappbildern von Peter Geithe aus dem Nichts vielschichtige geometrische Gebilde in Schwarz, Weiß und Rot. Aber auch inhaltlich gingen Künstler dem Thema nach.

So ließ sich Christa Marxfeld-Paluszak von einem Fernsehbericht über die atomaren Hinterlassenschaften im Osten inspirieren. Ihre düsteren Visionen mit gequälten Kreaturen in todgeweihten Landschaften nannte sie „Uran und Plutonium in der Sowjetunion (noch nicht gespalten)“.

Margareta Hihn hingegen fertigte diverse Objekte an, die sich dem Thema vom Material her nähern. Mit natürlichen Werkstoffen wie Kohle, Erde und verschiedenen Metallen, unter anderem Blattgold, schuf sie Kunstwerke, in denen Gespaltenes mithilfe von Draht zusammengehalten oder durch einen Reißverschluss am Auseinanderreißen gehindert wird.

Mit der menschlichen Psyche beschäftigt sich Anne Dueck von Essen. Ein Holzdruck zeigt anonyme Menschen in Schwarz und Weiß, deren Arme krampfhaft verschränkt sind, als steckten sie in einer Zwangsjacke. Derweil trennt Michael Schildmann den Kopf eines Fotografierten mithilfe eines roten Keils. Der Betrachter darf entscheiden, ob es sich um eine Attacke von außen oder das Sichtbarmachen eines inneren Konflikts handelt. Zustande gekommen ist der Künstleraustausch durch die Freundschaft von Brigitte Schmitz und Johannes Eidt. Schmitz, die gebürtig aus Osnabrück stammt und jetzt im hohen Norden lebt, hatte zusammen mit Eidt, der die Nordwest-Sezession schon seit Langem kennt, die Idee, sich gegenseitig Ausstellungsraum zur Verfügung zu stellen. Da Sezessionskünstler mittlerweile auch Mitglieder des BBK sind, lag die Zusammenarbeit mit dem Kunstquartier nahe.

BBK-Kunst-Quartier (Bierstraße 33): „Gespalten“. Malerei, Fotografie, Holzschnitte und Objekte von Brigitte Schmitz, Margareta Hihn, Christa Marxfeld-Paluszak, Peter Geithe, Anne Dueck von Essen, Michael Schildmann, Angelika Glaub, Brigitta Frehsee und Sigrid Bahrenburg. Bis 17. November, Di., Mi. und Fr. 14–18 Uhr, Do. 15–20 Uhr, Sa. 11–15 Uhr. Infos unter www.bbk-osnabrueck.de


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