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Osnabrücker Musiker Kai Lünnemann ist Beauftragter des Bistums Von Robbie Williams zum Kirchenpop

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Robbie? Den hat Kai Lünnemann überwunden. Foto: SeilerRobbie? Den hat Kai Lünnemann überwunden. Foto: Seiler

Osnabrück. Das Bistum Osnabrück hat einen Beauftragten für Popularkirchenmusik eingestellt. Kai Lünnemann heißt der Mann, ist 32 Jahre alt, verheiratet, gerade Vater geworden – und galt in der Region jahrelang als „Klon von Robbie Williams“, wie er sagt.

Sieben Jahre lang trat Lünnemann mit „Entertained“ auf, einer Robbie-Williams-Coverband. Bis 2007 spielten sie auf der Maiwoche, in Konzerthallen und auf Bällen. Er gab den Robbie. „Mit der Zeit bin ich rausgewachsen und wollte mehr sein als der Klon von Robbie Williams.“

Robbie ging, die Liebe zur Musik blieb. Heute spielt er in den Bands „Legends of Rock“ und „Thirty Toes“, unterrichtet Klavier und Gitarre. Außerdem leitet er Kirchenchöre und ist nun Angestellter des Bistums – mit einer Drittelstelle. Er solle Unterhaltungsmusik und Kirchenmusik zusammenbringen, sagt Martin Tigges, Referent für Kirchenmusik im Bischöflichen Generalvikariat. Laut Tigges lasen sich viele Menschen in den Gemeinden über Popmusik ansprechen.

Wie ein Kirchenmusiker sieht Lünnemann nicht aus. Die Haare mit Gel durcheinandergewuschelt, dazu einen schmal getrimmten Sechstagebart. Auf Lünnemanns rechtem Oberarm prangt eine Tätowierung. Ein rotes Herz ist darauf zu sehen. Es ist von Stacheldraht umschlossen, dahinter lodern Flammen. Das Motiv war auf dem Album „Images and Words“ der Heavy-Metal-Band Dream Theater zu sehen. Als er die Musik das erste Mal hörte, war Lünnemann 14 Jahre alt, und er wusste sofort: Das will ich auch! Die Musik. Das Gefühl. Er begann, mehr zu spielen, studierte später Musik, Englisch und Sport. Wollte Lehrer werden, ließ es bleiben, weil er Musik „nicht nur nebenher“ machen wollte.

Aber Kirche und Poprockmusik – passt das? „Klar“, sagt Lünnemann, „in schwachen Momenten wenden sich die Rock- und Popstars immer wieder an Gott und singen vom Glauben.“ Dass die Kombination passt, will Lünnemann nun als Angestellter des Bistums beweisen. Er will Elemente der Popmusik in die Kirche einfließen lassen und im Gegenzug die Chöre und kirchlichen Bands auf die Bühne bringen. Bei der Maiwoche zum Beispiel. Außerdem wird er die klassisch ausgebildeten Kirchenmusiker fortbilden.

Er will die Welten von Rock und Kirche zusammenführen, Menschen über die Musik für den Glauben begeistern und Gottesdienste unterhaltsamer gestalten. Da ist er doch wieder, der Williams im Lünnemann: Let me entertain you!


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