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Passanten reagierten verhalten Muslime verteilen kostenlos Koran in Osnabrücker Innenstadt

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Wurde jetzt auch kostenlos in Osnabrück verteilt: Der Koran. Foto: Jörn MartensWurde jetzt auch kostenlos in Osnabrück verteilt: Der Koran. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Seit Tagen verteilen Muslime in deutschen Innenstädten den Koran. 25 Millionen Exemplare sollen so unters Volk gebracht werden. Am Samstag war es in Osnabrück soweit. Eine Gruppe hatte zwischen 10 und 18 Uhr ihren Stand in der Großen Straße/Ecke Jürgensort aufgebaut.

Massen sind es nicht, die sich ein Exemplar sichern möchten. Aber immer wieder bleiben Menschen an dem grünen Zelt stehen. Die meisten nehmen sich ein oder zwei Exemplare des Buches, auf dessen Umschlag „Der edle Qur‘an. Die ungefähre Bedeutung in der deutschen Sprache“ steht. Manche führen ein kurzes Gespräch mit den vier jungen Männern und den beiden Frauen, die hinter dem Tisch stehen. Dann stecken sie die neue Errungenschaft in die Tasche und gehen weiter.

Aus Interesse möchten sie mal einen Blick in das Buch werfen, sagen manche von ihnen. Sie wollen lesen, was direkt in der Quelle steht, um nicht nur das aufnehmen zu müssen, was über Dritte verbreitet werde. Sie wollen sich selbst eine Meinung bilden. Die kontroverse Debatte der vergangenen Tage habe ihr Interesse geweckt, fügen andere hinzu. „Ich will diese Übersetzung mit anderen vergleichen“, sagt eine Theologie-Studentin der Uni Osnabrück. Sie möchte ihren Namen ebenso wenig in den Medien lesen, wie alle anderen Befragten.

„Merkwürdig“, ist eine der Antworten auf die Frage, wie die Passanten die Verteilung des Korans empfinden. Und es fällt immer wieder ein Wort: „Salafisten“.

„Es gibt keine Salafisten“, betont einer der Männer, die den Koran verteilen, auf Anfrage der Neuen OZ. Seine Mitstreiter äußern sich ebenso. Es sei ein Begriff, der von Nicht-Muslimen erfunden worden sei. Einer der Männer mag das Wort noch nie in seinem Leben gehört haben.

Gegenüber der Presse mögen sich die sechs nicht äußern, geschweige denn mit ihren Namen zitiert werden. „Die Medien verzerren immer alles und stellen es falsch dar“, urteilt die Gruppe unisono. Immer wieder würden ihnen vonseiten der Medien Vorurteile begegnen, würden ihre Aussagen verzerrt, verdreht dargestellt, stets würden sich die Fragen ausschließlich um die Scharia - das islamische Recht - drehen. Fragen nach dem Grund ihrer Aktion beantworten sie nicht.


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