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Start für Bürgerprojekt in Osnabrück – Von Wahlverwandtschaften und WG Weil Wohnen mehr ist als ein Dach über dem Kopf

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Osnabrück. Statt Einzelhaushalt ein Gegenseitigkeitsmodell. „Wahlverwandtschaften“ anstelle der überholten Großfamilie. Eine solche Vernetzung oder Wohngemeinschaft bringt Vorteile. Besonders für junge Familien und im Alter, bei einem Handicap oder nach einer Trennung. Das Problem jedoch: Wie findet man geeignete Mitbewohner und Räume? Dafür gibt es jetzt eine Lösung: Mit einem ersten Treffen ging das Osnabrücker Bürgerprojekt Wohncafé an den Start.

Das Interesse ist groß. Lebhafte Gespräche füllen den Wintergarten des Cafés Cup & Cups am Neuen Graben. Eigentlich waren nur 25 Teilnehmer erwartet worden, es kamen aber mehr als 40. Das Bürgerprojekt Wohncafé richtet sich an alle Altersgruppen. Es ist Treff und kostenlose Veranstaltungsreihe in einem. An sechs Terminen, übers Jahr verteilt, können Interessierte sich austauschen und unverbindlich kennenlernen. Und sie erhalten wichtige Informationen.

„Die Frage, anders zu wohnen, arbeitet ständig in mir“, sagt eine Besucherin. Eine ältere Dame erzählt, sie suche Mitbewohner für ihr großes Haus. Eine Studentin wünscht sich eine langfristige WG. Um sechs Tische gruppiert, diskutieren die Teilnehmer ihre Erwartungen und Möglichkeiten. Zuvor hatten die Veranstalter das Projekt vorgestellt. Es konnte realisiert werden im Rahmen des Bundesprogramms „Aktiv im Alter“, erklärt Sabine Steinkamp vom Referat für Stadtentwicklung und Bürgerbeteiligung der Stadt Osnabrück.

Wohnen bedeutet mehr als ein Dach über dem Kopf: Es soll Wohlgefühl, Ausdruck der eigenen Persönlichkeit und soziale Beziehungen ermöglichen, ist die Meinung der Organisatoren des Wohncafés. Die zehn Bürger ergriffen die Initiative, weil sie selber neue Wohnformen suchen. Die Idee kam Eleonore Müller, als sie aus beruflichen Gründen von Göttingen nach Osnabrück zog, wo ihr Kontakte und Gespräche fehlten.

„Das Thema bewegt viele“, weiß Organisatorin Gesa Ruprecht. Oft schiebe man aber Überlegungen wieder beiseite, und alles bleibt beim Alten. „Hier kann man seine Wünsche klären und abwägen, was infrage kommt“, sagt sie. Hans Jürgen Wilkening betont: „Wir zeigen Unterstützungsangebote auf und ermöglichen Kontakte und gemeinsame Verabredungen.“ Er hofft, dass sich der Treff dauerhaft etabliert.

Bei weiteren Treffen – immer mit kurzem Info-Block und langem Austausch – geht es um den passenden Zeitpunkt für Veränderung, um gemeinschaftliches Wohnen, Wohnraum- und Wohnumfeldanpassung sowie betreutes Wohnen. Der nächste Termin ist der 29. April.


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