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„Rose Hip“ spielt im Blue Note Osnabrück: Konzert für Robert Kretzschmar

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Osnabrück. Erste Texte schrieb Christiane Hagedorn, da sang sie noch in der Band von Joachim Raffel. Jetzt komponiert sie auch, und bestärkt darin hat sie ein Musiker, der sie viele Jahre lang begleitet hat und der extrem wichtig für sie war: Robert Kretzschmar. Jetzt stellt sie ihre Kompositionen im Blue Note vor und widmet das Konzert dem im August verstorben Musiker und Freund.

Ihre Einfälle überkommen sie plötzlich. In solchen Momenten zieht sich Christiane Hagedorn komplett in sich zurück und verschließt sich vor der Außenwelt in ihrem mentalen Refugium. Dort entwickelt sie aus Ideen Melodien, findet zweite und dritte Stimmen, steckt das Akkordgerüst ab, verdichtet ihre Inspiration zu ganzen Songs. Alles im Kopf. Denn mit Notenschreiben hat sie es nicht so. Stattdessen notiert sie Einfälle „in einer Art Steno“, sagt sie, in ihrer ganz persönlichen Geheimnotenschrift.

Den ersten Songs komponierte sie im Urlaub in Italien; sinnigerweise heißt er „December Song“. Auf ihrer Homepage ist er zu hören: eine minimalistische Ballade, zu der Christian Schoenefeldt sanft Becken und Trommeln streichelt, Alex Morsey wiegende Basslinien spielt, Christian Hammer zart-kühle Gitarrenakkorde setzt. Und Robert Kretzschmar bläst dazu melancholische Saxofon-Chorusse: ihr langjähriger musikalischer Begleiter, ihr Berater, ihr enger Freund. Er bestärkte sie darin, eigene Songs zu schreiben, und war selbstverständlich Teil des Projekts mit dem Namen „Rose Hip“. So, wie er schon in der Band von Joachim Raffel mit Hagedorn zusammengearbeitet hat, bei verschiedenen Theaterprojekten, in den Bands, die Hagedorn selbst initiiert hat. „Wir haben fast täglich telefoniert“, sagt sie; noch immer trauert sie um den Musiker, der am 17. August so plötzlich und – nicht nur für sie – unfassbar verstorben ist.

Auf einigen Stücken der CD, die aus dem Projekt entsteht und im September erscheinen wird, ist Kretzschmar noch zu hören; einige Arrangements stammen von ihm. Die Band aber verzichtet künftig auf Saxofon und Flöte: Statt Kretzschmar spielt nun Martin Scholz Orgel und Klavier, Kornett und Melodica. Doch auch wenn das den Songs eine andere Farbe gibt: Der Ansatz der Musik bleibt der gleiche.

Auf gewisse Art und Weise hat Hagedorn sich mit „Rose Hip“ neu erfunden. Die Musik vereint Jazz, Reggae, Soul, Pop und ein wenig Balkanrhythmen, eine Mischung, an der Kretzschmar viel Freude hatte. Auch deshalb hat Hagedorn ihm das „Rose Hip“-Konzert im Blue Note gewidmet. Außerdem versteht sie den Abend als aktive Trauerarbeit – was nicht bedeutet, dass es ein trauriger Abend werden soll. Im Gegenteil: „Wir rocken das Blue Note. Das hätte Robert auch so gewollt.“

 

Rose Hip: Blue Note, Donnerstag, 10. Januar, 20.30 Uhr. Karten: 0541/600650


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