Trauer im Zoo Osnabrück Schimpansin Zamana starb an Kreislaufversagen

<em>Starb an Kreislaufversagen:</em> Schimpansin Zamana. Foto: Zoo Basel/T.WeberStarb an Kreislaufversagen: Schimpansin Zamana. Foto: Zoo Basel/T.Weber

Osnabrück. Das Schimpansenweibchen Zamana aus dem Osnabrücker Zoo ist an Kreislaufversagen gestorben. Das ergab die Obduktion des Tieres in der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Der Menschenaffe war erst am vergangenen Mittwoch aus dem Zoo Basel in den Tierpark am Schölerberg gebracht worden.

Wie der Zoo am Mittwochabend in einer Pressemitteilung berichtete, haben die Hannoveraner Tierärzte bei der Autopsie eine chronische Veränderung von Niere und Lunge sowie geschwollene Lymphknoten bei Zamana festgestellt. „Das bedeutet, dass der Organismus des Tieres bereits geschwächt war, als Zamana bei uns ankam“, so Zoodirektor Michael Böer, „der Zustand war jedoch klinisch nicht auffällig, sodass weder die Baseler Kollegen noch wir etwas feststellen konnten“. Die neue Situation in Osnabrück habe dann dazu geführt, dass Zamana an Kreislaufversagen gestorben sei.

„Takamanda“-Revierleiter und Schimpansenexperte Wolfgang Festl habe den Menschenaffen am Montagmorgen um fünf Uhr leblos im Schlafbereich des Schimpansenhauses gefunden. Eine Herzlungenmassage sei erfolglos geblieben. „Der Todesfall von Zamana hat uns völlig unerwartet getroffen und erschüttert uns“, wird Festl in der Zoo-Mitteilung zitiert. Seit Zamanas Ankunft aus Basel habe der Tierpfleger jede Minute im Affenhaus verbracht – nachts schlafend auf einer Liege im Tierpflegergang.

Festl besprach den Angaben zufolge jeden Schritt der Zusammenführung mit einem Tierpfleger aus Basel, der Zamana kannte. „Die Zusammenführung von Schimpansen ist nicht einfach“, so Festl, „auch in der Wildbahn gibt es dabei jede Menge Auseinandersetzungen, denn die Menschenaffen sind sehr emotional und werden auch handgreiflich“.

Im Fall Zamana sei das Kennenlernen laut Festl normal verlaufen: „Natürlich gab es auch Geschrei und die ein oder andere heftige Auseinandersetzung – aber für die lebhaften Schimpansen war das alles im Rahmen. Chef Tatu war Zamana auch recht freundlich gesonnen, und noch am Sonntag kam unsere Schimpansin Vanessa zu Zamana zur Fellpflege, dem sogenannten Groomen.“ Zamana habe ruhig gewirkt, nachts geschlafen und regelmäßig gefressen.

Zamana war von Basel nach Osnabrück gebracht worden, nachdem die bislang am Schölerberg lebenden Menschenaffen Kisha und Kume gen Basel und Leipzig aufgebrochen waren. Auch wenn die Zusammenführung verschiedener Schimpansen eine Herausforderung sei, sei sie dennoch wichtig, heißt es in der Mitteilung des Zoos weiter. Böer: „Westafrikanische Schimpansen sind eine stark bedrohte Tierart. Wir Zoos sind dafür verantwortlich, mit professionellem Zuchtmanagement für den Erhalt der Tierart zu sorgen. Deswegen ist es eine essenzielle Aufgabe, die Tiere zwischen den Zoos zu tauschen, um mit gesundem Nachwuchs die Menschenaffen für unsere Kinder und Enkel zu bewahren. Die dabei stattfindenden Transfers und nachfolgenden Eingewöhnungen verlaufen nie ohne Risiko – ganz so wie in der Wildbahn, wenn ein junges Schimpansenweibchen ihren Elternverband verlässt und sich auf der Suche nach einem Partner in fremdes Territorium begibt.“

Der Zoo habe seit Zamanas Tod am Montag in engem Kontakt mit dem Zoo Basel gestanden, um das Geschehene zu besprechen. „Auch die Kollegen in Basel sind traurig, wissen aber, das so etwas passieren kann – auch bei bester Vorbereitung und Betreuung“, so Böer. Dem Osnabrücker Schimpansen Kume gehe es in seiner neuen Schweizer Heimat bislang gut. Das dortige Männchen Eros habe den jungen Erwachsenen unter seine Fittiche genommen.

Die Lebenserwartung von Schimpansen beträgt normalerweise etwa 30 bis 40 Jahre. Tiere, die in Gefangenschaft gehalten werden, können auch älter werden. Zamana wurde nach Angaben von Zoo-Pressesprecherin Lisa Josef elf Jahre alt.


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