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23. Kids-Projekt gestartet Osnabrücker Schüler bekommen Einblick in Kommunalpolitik

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Osnabrück. Oberbürgermeister Boris Pistorius hat am Montag den Startschuss für den 23. Durchgang des Projekts „Kids – Kommunalpolitik in den Schulen“ gegeben. In den nächsten Wochen werden insgesamt 61 Schüler in die Kommunalpolitik hineinschnuppern und Ratsmitgliedern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen.

„61 – das ist eine sehr stattliche Zahl. Das macht Mut für die politische Zukunft der Stadt“, lobte der OB beim Empfang im Friedenssaal des Rathauses das Engagement der angemeldeten Jugendlichen von vier Osnabrücker Schulen. Die Politik müsse nicht fortan zum großen Hobby der jungen Teilnehmer werden. Es gehe vielmehr darum zu begreifen, wie Politik funktioniert, um als mündiger Bürger die eigene Stimme einzubringen. „Die Politik lebt davon, dass möglichst viele teilhaben. Sie muss überwacht werden. Das geht nur, wenn die Menschen informiert sind“, meinte Pistorius.

Jeder Schüler wird einen Kommunalpolitiker zu Fraktions- und Ausschusssitzungen begleiten.

Das Projekt solle auch dazu beitragen, die Leistung Ehrenamtlicher würdigen zu können, die nach Feierabend bereit sind, etwas für die Gesellschaft zu tun. Die Details der Fraktionsarbeit seien für die Jugendlichen letztlich nicht entscheidend, sondern die Bereitschaft, sich vom Virus der das eigene Leben mitbestimmenden Politik infizieren zu lassen, gab der Oberbürgermeister den Schülern mit auf den Weg. Nach einem altersgerechten Umtrunk und einer Einführung in die theoretischen Grundlagen der Kommunalpolitik lernten die Teilnehmer die Fraktionsgeschäftsführer und ihre Abgeordneten kennen.

Das Staunen über den zeitraubenden ehrenamtlichen Einsatz der Volksvertreter sei erfahrungsgemäß auch die häufigste Rückmeldung der Schüler, meinte Reinhardt Fulge, „Kids“-Koordinator für die Schulen.

Seit 2001 haben bereits mehr als 800 Schüler an dem Projekt teilgenommen. Trotz jüngster Veränderungen des politischen Spektrums stießen die etablierten Parteien auch in diesem Durchgang auf das größte Interesse, so Fulge. Henrik Frenzel vom Ratsgymnasium möchte mehr erfahren über die Abläufe in der Kommunalpolitik und wird beispielsweise ein SPD-Ratsmitglied begleiten. Der 15-Jährige war mit der Schule bereits im Landtag.

Mit 34 Anmeldungen stellt das Gymnasium „In der Wüste“ die größte „Kids“-Gruppe.

Marek Stumpe, Neuntklässler vom Gymnasium „In der Wüste“, wird die FDP unter die Lupe nehmen. Wie die große Mehrheit der teilnehmenden Schüler hat er bisher noch keine Ratssitzung besucht.

Seine Schulkameradin Christina Pülm hat sich für die Piraten entschieden. „Ich kenne mich mit Politik bisher nicht aus“, sagte die 14-jährige Gymnasiastin. Das solle sich bald ändern.


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