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Weg nach Schinkel ist wieder frei Mit dem Ghia auf neue Schellenbergbrücke - Eröffnung gerät zum Volksfest

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Osnabrück. Langsam fuhr Oberbürgermeister Boris Pistorius mit einem VW Karmann Ghia auf die neue Schellenbergbrücke. Er hielt kurz vor dem Band, das er gleich durchschneiden sollte. Die Freigabe des Bauwerks geriet zu einem kleinen Volksfest, und die Schülerkapelle des Ratsgymnasiums swingte dazu.

Oldtimer standen von der Mindener Straße her Schlange. Stadtbaurat Wolfgang Griesert lenkte einen VW Käfer. Von der anderen Seite der Brücke her fuhr Straßenbaumeister Reinhold Höcker in einem nagelneuen Cabrio vor. Kurz dahinter wartete ein Sattelschlepper mit einer Fuhre VW-Golf-Cabriolets frisch aus dem benachbarten Werk. Und auch die Geschäftsführung von Volkswagen Osnabrück war dabei.

„Wir haben etwas zu feiern“, rief Oberbürgermeister Boris Pistorius freudig. Er lobte die „hervorragende Leistung“ der Brückenbauer, die im Juli 2009 mit dem Abriss der alten Schellenbergbrücke von 1912 begonnen und dann das neue Werk gebaut hatten. Wegen des Bahnverkehrs arbeiteten sie überwiegend an Wochenenden in drei Schichten rund um die Uhr.

Sie bauten die Pfeiler auf Fundamenten mit Dutzenden von Pfählen, die tief in die Erde ragen, und gossen die Brücke aus 4900 Kubikmeter Beton rund um das Stahlskelett. 95000 Arbeitsstunden kamen zusammen – und Gesamtkosten in Höhe von 10,5 Millionen Euro. Für Fußgänger und Radfahrer wurde die Brücke bereits kurz vor Weihnachten 2010 freigegeben. Dann folgten die Straßenarbeiten.

Trotz zweier harter und langer Winter und aufwendiger Maßarbeit zwischen den Gleisen ist die 130 Meter lange neue Brücke ein halbes Jahr eher fertig geworden als geplant. „Und das unter schwersten Bedingungen“, hob der Oberbürgermeister hervor.

Das Kompliment galt unter anderem dem Mann neben ihm: Lutz Vorreyer, der als Bauleiter der Stadt die Fäden in der Hand hatte und während der Bauzeit an den Wochenenden unter Hochspannung stand. Die beteiligten Firmen waren ebenfalls gemeint. Bauunternehmer Mark Hofschröer, Ingenieur Heiko Tilebein, Reinhold Höcker vom Straßenbauunternehmen Diekmann und die Firma OWS-Ingenieurgeologen aus Greven hatten zur Feier des Tages einen Scheck für die Stadt mitgebracht: 5000 Euro blanko für karitative Zwecke.

Die Zeit der Umwege über die Sandforter Straße oder den Seilerweg ist nach 22 Monaten jetzt vorbei – zur Freude sowohl der Fahrer als auch der Anwohner. Der Oberbürgermeister betonte auch: „Die Stadt ist jetzt besser mit dem neuen Volkswagenwerk verbunden.“ Wie viele Autos und Lastwagen nun die neue Brücke überqueren, kann nur geschätzt werden. 2005 hatte eine Zählung pro Tag 15500 Personen- und Lieferwagen sowie 400 Lastwagen mit mehr als 7,5 Tonnen Gewicht ergeben. Die Lärmbelästigung werde jetzt deutlich geringer ausfallen, meinte Lutz Vorreyer und verwies auf das glasbewehrte Geländer.

Oberbürgermeister Boris Pistorius mahnte die Gäste: „Fahren Sie vorsichtig!“ Und diese Worte galten dem Bauwerk: „Glück auf, Schellenbergbrücke!“


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