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Festakt: 200 Jahre Klinikum Jubeljahr im Krankenhaus der Stadt

Von Frank Henrichvark

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Osnabrück. Als mit den Kriegszügen Napoleons sich Not und Elend in weiten Teilen Europas verschärften, reagierte auch die Stadt Osnabrück auf diese soziale Herausforderung.

In den Räumen des Tecklenburger Hofes an der Großen Gildewart entstand 1811 ein erstes „Stadtkrankenhaus für Arme“, dem später auch ein Gesellen-Versorgungsinstitut für die reisenden Handwerksgesellen angeschlossen wurde. Es war die Keimzelle der städtischen Gesundheitsvorsorge. Und das Klinikum am Finkenhügel kann somit in diesem Jahr das Jubiläum „200 Jahre Klinikum Osnabrück“ feiern.

1864 wurde mit dem heutigen Stüvehaus vor dem Heger Tor der erste Krankenhaus-Neubau in der Stadt bezogen. 50000 Taler brachte die Bürgerschaft dafür auf. Weitere Stationen der „Städtischen Krankenanstalten“ waren ein eigener Chirurgie-Pavillon (1897) und der markante Bau des 1931 fertiggestellten Hochhauses, das heutige Stadthaus am Natruper-Tor-Wall. Dann folgte 1991 der Umzug in das Klinikum am Finkenhügel: 583 Betten und 240 Millionen D-Mark Baukosten waren die damals stolz notierten Zahlen – allein 58 Millionen Mark steuerte die Stadt Osnabrück bei.

Oberbürgermeister Boris Pistorius hat denn auch am Sonnabend zum Auftakt des Jubiläumsjahres die Bedeutung des Gesundheitswesens als kommunale Aufgabe unterstrichen. „Der Betrieb eines Krankenhauses war immer auch ein Teil der Daseinsvorsorge und Aufgabe der öffentlichen Hand“, sagte er bei einem Festakt im Rathaus. Eine Privatisierung des städtischen Klinikums halte er deshalb auch in Zukunft für undenkbar. Das Krankenhaus sei vielmehr „sakrosankt“, so betonte Pistorius. Vielmehr gebe es weitere Expansionspläne („der nächste Neubau wartet bereits“), und auch für denkbare Kooperationsvereinbarungen mit anderen Trägern sei das Klinikum vorbereitet.

Vor allem aber wolle er allen im Krankenhaus Beschäftigten, vom Chefarzt bis zu den Pflegekräften, für ihre Arbeit herzlich danken, so der OB. Neben aller medizinischen Spezialisierung bleibe die menschliche Fürsorge wichtig: „Jeder Kranke sollte das Gefühl haben, dass er in diesem Augenblick der wichtigste Patient ist.“

Die Aufsichtsratsvorsitzende Irene Thiel unterstrich ebenfalls, das Klinikum solle und müsse sich weiterentwickeln: „Wir wollen uns nicht auf dem Status quo ausruhen“, sagte sie. Allein die künftige Einhäusigkeit durch Verlagerung von Geriatrie und Neurologischer Rehabilitation zum Haupthaus werde 40 Millionen Euro erfordern.

Und Klinikum-Geschäftsführer Dr. Hansjörg Hermes spannte dann noch einmal den Bogen von den Anfängen bis zur Gegenwart. Zur Zeit des ersten „Stadtkrankenhauses für Arme“ im Tecklenburger Hof seien Operationen noch ohne Betäubungsmittel vorgenommen worden – allenfalls gab es einen Schluck Branntwein – weil die Ärzte der Meinung waren, der Schmerz fördere den Heilungsprozess. Heute dagegen biete das Klinikum nahezu das gesamte Leistungsspektrum der Medizin auf universitärem Niveau, und dieses Angebot werde weiter ausgebaut. Dabei sei er der festen Überzeugung, der Krankenhausbetrieb dürfe nicht allein nach ökonomischen Kriterien bewertet werden: „Entscheidend bleibt, das Optimum für den Patienten zu erreichen.“


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