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Viel Platz für die Kleinsten im ehemaligen Rathaus Eine Krippengruppe für Sutthausen

Von Brigitte Schäfer

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Hier ist gut toben. Davon überzeugten sich Kirchenvorstandsvorsitzender Wolfgang Kilian, Gruppenleiterin Britta Sudowe und Pastorin Helga Krumwiede. Foto: Jörn MartensHier ist gut toben. Davon überzeugten sich Kirchenvorstandsvorsitzender Wolfgang Kilian, Gruppenleiterin Britta Sudowe und Pastorin Helga Krumwiede. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Dünnbrettbohrer waren nicht am Werk, als es um den Umbau des Kindergartens der evangelisch-lutherischen Apostelgemeinde und dessen Finanzierung ging. 230000 Euro ließ es sich die Stadt kosten, Sutthausen als letzten Stadtteil Osnabrücks mit einer Krippengruppe auszustatten.

Oberbürgermeister Boris Pistorius sah die Investition als richtungsweisend zum Wohl der Kinder an. Mütter dürften nicht mehr vor die Wahl gestellt werden: Beruf oder Kinder. „Tun Sie was dafür, dass die Kitas ausgelastet sind“, forderte er die Anwesenden scherzhaft auf.

„Wir sind sehr froh über die hier verwirklichte große Lösung, von der nicht nur die Krippenkinder profitieren, sondern alle“, erklärte Kirchenvorstandsmitglied Renate Baethge. Die Pastorin der Apostelgemeinde, Helga Krumwiede, hatte ein Anspiel aus dem Kinderevangelium vorbereitet. „Lasst die Kinder kommen“, aufgeführt von Mädchen und Jungen der Kita. „Dieser Kindergarten gibt die Möglichkeit, Kirche zu erleben“, freute sich Krumwiede.

Angeleitet wurden die kleinen Schauspieler hierbei von Edith Kilian. Die ehemalige Erzieherin war über 30 Jahre in der Kita tätig, hilft aber noch regelmäßig aus. Die engagierte Urgroßmutter ist nicht die einzige Junggebliebene, die die Einrichtung bereichert. Die Senioren des Kirchenkreises überreichten eine Bibel, Gebetbücher und ein Kreuz für jeden Raum.

Bianca Völlmecke nannte die ein Jahr andauernde Umbaumaßnahme ein riesengroßes Abenteuer für die Kinder. „Am meisten erstaunt hat mich die Tatsache, dass der Mittagsschlaf selbst bei größtem Baulärm gehalten wurde“, so die Elternvertreterin. „Mann bohrt laut“, erinnerte sich Leiterin Elsbeth Stephan, war eine erste Rückmeldung der zweijährigen Zwillinge Samuel und Simon. „Das ehemalige Rathausgebäude steht nun komplett für unsere Zwecke zur Verfügung“, sagte die zufriedene Pädagogin.

72 Kinder

Seit 1984 obliegt ihr die Leitung der kirchlichen Einrichtung. 72 Jungen und Mädchen verteilen sich auf eine Krippengruppe, eine Regelgruppe und zwei altersübergreifende Gruppen. Die Kita, die sich „Kleine Freunde – Große Freunde“ nennt, hat einen großzügigen Bewegungsraum, ein Büro sowie eine neue Küche samt Essraum. Die 2010 eingerichtete Krippengruppe hat im Obergeschoss ein neues Zuhause gefunden. Umwelt- und gesundheitsverträgliches helles Holzmobiliar ziert die lichtdurchfluteten Räume. Die Sanitärbereiche sind komplett erneuert worden. Neben den Wickeltischen gibt es ein ebenerdiges Bällebad, die sogenannte „Warteschleife“, wenn mehrere Windelträger gleichzeitig Bedarf anmelden. Sehenswert ist die nur wenige Zentimeter hohe Minitoilette, die nach Aussage Stephans aber eher selten genutzt wird.

Auch die Nachbarn waren angetan von dem überzeugenden Ergebnis der Handwerkerarbeit, ob Ortsbrandmeister Bruno Schweer, der auf Nachwuchs für die Freiwillige Feuerwehr hofft, oder Grundschulleiterin Martina Lade, die sich auf regelmäßige Gesprächskreise im komfortablen Besprechungsraum des Kindergartens freut. Einigkeit bestand, dass einem gedeihlichen Zusammenwirken aller Beteiligten für die Jüngsten nichts im Wege steht. Ideale räumliche Bedingungen sind jedenfalls geschaffen.


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