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Kunden sind noch nicht übersättigt Design- und Kunstmesse lockte über 2000 Besucher ins Osnabrücker Haus der Jugend

Verkäuferin Gloria Sophie Wille und Anja Beckmann freuen sich über den Erfolg der Design-Messe.Foto: Egmont SeilerVerkäuferin Gloria Sophie Wille und Anja Beckmann freuen sich über den Erfolg der Design-Messe.Foto: Egmont Seiler

Osnabrück. Selbstgemachtes aus unterschiedlichen Materialien – mal klassisch und schlicht, dann niedlich verspielt oder auch mal ganz schrill und verrückt: Die Osnabrücker Design- und Kunstmesse „DeMO“ hatte am Sonntag all das im Angebot und lockte in ihrer zweiten Auflage über 2000 Besucher ins Haus der Jugend.

Sie war größer, bunter und sogar noch ein bisschen besser besucht als die erste DeMO, die gerade erst vor sechs Monaten ihre Premiere gefeiert hat. Der Erfolg spricht für die Idee, die die beiden Osnabrücker Organisatoren Steve McGuire und Katrin Lazaruk mit der DeMO verfolgen: ein bisschen von dem, was in Städten wie Berlin, Hamburg und Köln gang und gäbe ist, auch in Osnabrück auf die Beine zu stellen. Jungen Designern und Künstlern abseits des Mainstreams eine Plattform für ihre Arbeit zu geben, das ist das Ziel der DeMO.

Auf zwei Etagen hat diese Plattform im Haus der Jugend 54 Textildesigner, Grafik- und Bilddesigner, Maler und Recycling-Künstler aus ganz Deutschland zusammengeführt. Während einige Aussteller ihr Hobby bereits zum Beruf gemacht haben und neben einem Online-Shop auch eine Galerie betreiben, toben sich andere neben einem gänzlich anderen Hauptberuf kreativ aus.

Letzteres trifft zum Beispiel auf die 28-jährige Osnabrückerin Ruth Hessel zu. Für die Grundschulreferendarin fing alles vor knapp drei Jahren damit an, dass ihr eine Freundin das Nähen beigebracht hat. „Dann habe ich viel herumexperimentiert, mir auf Kunstmessen Ideen gesucht und selbst wieder damit variiert.“ Herausgekommen sind immer wieder neue Kunstleder-Geldbörsen, Brieftaschen und schließlich auch kleine Accessoires, bei denen Omas gesammelte Knopfkiste von früher mal wieder zum Einsatz kommen durfte. Aus vielen verschiedenen Materialien ein schönes Unikat zaubern – das ist der Ansatz, den Kathrin Thiede bei ihrer Arbeit verfolgt. Die gelernte Friseurin aus Köln gehörte zur Gruppe derjenigen, die ihr Design mittlerweile zum Hauptberuf gemacht haben. Seit fünf Jahren malt, zeichnet, klebt und kreiert sie Collagen mit Wiedererkennungswert. Ihre Meinung zur DeMO: „Ganz super, sehr gute Organisation, hervorragende Betreuung und auch ein tolles Publikum“. Denn gerade Letzteres sei ihr in kleineren Städten besonders lieb: „Wenn ich in Städten wie Berlin, Hamburg oder Köln unterwegs bin, merkt man schon, dass die Leute dort sehr verwöhnt sind. Hier sind die Leute noch nicht übersättigt und lassen sich ganz anders begeistern!“ Eben auch mit vielen verschiedenen Kleinigkeiten, die einen sehr großen Teil des Angebots im Haus der Jugend ausgemacht haben: selbst gehäkelte Mützen von der Osnabrückerin Gloria Sophie Wille, Postkarten, mal selbst kreiert aus alten Zeitungen, mal bedruckt mit Bildkunst, wie von der Osnabrücker Galerie Entwicklungsraum, oder Taschen, Kleidern und Schals nach individuellem Design, mit dem in der Stadt nicht jeder herumläuft – das sind nur wenige Beispiele.

Steve McGuire und Katrin Lazaruk, die nicht nur als Organisatoren, sondern auch selbst mit Werken aus ihrem Laden „Made in Osnabrueck“ als Aussteller auf der Messe vertreten waren, können bereits mit Sicherheit sagen: „Es wird im Herbst eine dritte DeMO geben.“


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