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Schüler können mit „Joblab“ nach ihrem perfekten Beruf forschen „Der Blick der anderen“ bei der Berufswahl

Unterstützung bei der Berufswahl bietet das Berufsprogramm „Joblab“ mit (von links) Natascha Clasen (Bildungsreferentin VME-Stiftung Osnabrück-Emsland), Sabine Stöhr (Geschäftsführerin VME-Stiftung) und Wolfgang Schwenderling (Oberstufenkoordinator) mit seiner Informatikklasse des Gymnasiums Carolinum. Foto: Jörn MartensUnterstützung bei der Berufswahl bietet das Berufsprogramm „Joblab“ mit (von links) Natascha Clasen (Bildungsreferentin VME-Stiftung Osnabrück-Emsland), Sabine Stöhr (Geschäftsführerin VME-Stiftung) und Wolfgang Schwenderling (Oberstufenkoordinator) mit seiner Informatikklasse des Gymnasiums Carolinum. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Im „geheimen Unterwasserlabor“ der interaktiven Software „Joblab“ forschen Schüler des Gymnasiums Carolinum nach ihrem perfekten Beruf. Die Jahrgangsstufe 11 nahm im Informatikunterricht bei ihrem Lehrer Wolfgang Schwenderling an einem Pilotprojekt der VME-Stiftung teil.

Die VME-Stiftung wurde 2006 vom ehemaligen Verband der Metall- und Elektroindustrie Osnabrück-Emsland gegründet, um Bildung und Berufsorientierung zu fördern. 2011 gab es eine Fusion mit Niedersachsen-Metall. Als Bildungspartner stößt die Stiftung Kooperationen mit Schulen, Hochschulen und Unternehmen an. Mit „Joblab“ soll die Berufsorientierung an Schulen gefördert werden. Das Programm ist in allen Schulformen einsetzbar. Es thematisiert sowohl die Berufsausbildung als auch die Studienwahl. Mit „Joblab“ erhalten die Lehrkräfte ein einfach einzusetzendes Instrument, welches den berufsorientierenden Unterricht bereichert. Die Schüler werden zu systematischer Berufs- und Studienwahl angeregt.

Durch das Software-Modul „Der Blick der anderen“ kommen sie darüber hinaus mit Lehrern, Eltern und miteinander ins Gespräch über das Thema Berufswahl. Christof Henseler, Fachlehrer am Carolinum, testete „Joblab“ auch mit Schülern der zehnten Klasse. „Es war wirklich spannend zu beobachten, wie die Schüler aufgrund der Fremdeinschätzung über ihre Stärken staunten. Da hörte ich Sätze wie: ,So siehst du mich also‘?“ Neben dem Einsatz des Programms im Schulunterricht gibt es für die Schüler die Möglichkeit, DVDs zur Weiterarbeit mit nach Hause zu nehmen.

„Die Berufswahl ist eine wichtige Entscheidung. Da fällt es vielen schwer, sich nur auf ihr eigenes Urteil zu verlassen. Sich andere Meinungen dazu einzuholen, tut gut“, meint Schüler Jonas Hüsges, der am „Joblab“-Pilotprojekt teilnahm. Sein Mitschüler Eric Fitzke hat zwar schon eine Vorstellung davon, welche berufliche Richtung er nach dem Abitur einschlagen will, aber weiß noch nicht, für welchen Beruf genau er sich am besten entscheiden sollte.

„Joblab ist für mich ein Werkzeug, um etwas konkreter zu werden“, erklärt er. Passend zu den Fähigkeiten und Neigungen zeigt das Programm Berufsbilder und Studiengänge auf und gibt jeweils detaillierte Informationen. „Vorteilhaft ist, dass sich Berufe untereinander vergleichen, und Schwerpunkte gegeneinanderstellen lassen“, erwähnt Sabine Stöhr, Geschäftsführerin der VME-Stiftung. Da „Joblab“ von den Schülern der elften Jahrgangsstufe so gut angenommen wurde, wird das Gymnasium Carolinum auch weiterhin mit der Software arbeiten.

Auch Schulleiter Helmut Brandebusemeyer ist vom Nutzen dieser Berufsorientierungshilfe überzeugt und richtet sich an Sabine Stöhr: „Wir bieten die Strukturen, damit das Projekt bei uns weiterlaufen kann.“ In Zukunft wird „Joblab“ in der Jahrgangsstufe 10 eingesetzt, da es dann mit dem Betriebspraktikum gekoppelt werden kann. „Das macht Sinn. So können sich die Schüler auch früh genug Gedanken über die Praktikumswahl machen“, erklärt Schwenderling. Die positiven Erfahrungen, die das Gymnasium Carolinum mit „Joblab“ macht, wurden bereits an andere Schulen weitergegeben.

Auch das Artland-Gymnasium Quakenbrück, das Gymnasium Bad Essen, das Gymnasium Bad Iburg und das Berufliche Gymnasium Technik in Osnabrück setzen die Software neuerdings im Unterricht ein. Lehrkräfte erhalten im Vorfeld eine Fortbildung durch Lehrer und Oberstufenkoordinator Wolfgang Schwenderling oder Natascha Clasen, Bildungsreferentin der VME-Stiftung, die in Sachen „Joblab“ als Multiplikatoren unterwegs sind.


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