Nachfrage gemäßigt Corona-Schutz für die Fünf- bis Elfjährigen: 1926 Erstimpfungen durch den Landkreis

Rund 1928 Kinder sind bis zum 7. Januar 2022 bei den Impfaktionen des Landkreises Osnabrück geimpft worden. Kinder erhalten ein Drittel der Dosis der Erwachsenen. (Symbolfoto)Rund 1928 Kinder sind bis zum 7. Januar 2022 bei den Impfaktionen des Landkreises Osnabrück geimpft worden. Kinder erhalten ein Drittel der Dosis der Erwachsenen. (Symbolfoto)
Robert Michael/dpa

Osnabrück. Im Landkreis Osnabrück werden seit Dezember 2021 auch die Fünf- bis Elfjährigen geimpft. Sowohl Hausärzte als auch die Impfzentren des Landkreises in Melle und Bersenbrück vergeben Termine. Nach zunächst hoher Nachfrage, zeichnet sich beim Landkreis Stagnation ab.

Laut Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) vom 20. Dezember sollen auch Kinder zwischen fünf und elf Jahren, insbesondere jene mit Vorerkrankungen wie Übergewicht und chronischen Lungenerkrankungen, vor einer Corona-Infektion geschützt werden. Ebenso Kinder, die sich im Umfeld von Hochrisiko-Gruppen aufhalten zählen dazu. Bereits jetzt wurden rund 500.000 Fünf- bis Elfjährige in Deutschland geimpft. Laut Niedersächsischem Sozialministerium sind in Niedersachsen in dieser Altersgruppe bisher rund 53.661 Kinder geimpft worden.

Freie Corona-Impftermine beim Landkreis Osnabrück

Der Bund hatte von Biontech/Pfizer im Dezember rund 2,4 Millionen Kinder-Impfdosen erhalten, um diese an Praxen und Impfzentren deutschlandweit weiterzuleiten. An den Landkreis Osnabrück gingen im Dezember 6700 Impfdosen, von denen die Hälfte für Zweitimpfungen vorgesehen war, wie Landkreis-Sprecher Henning Müller-Detert erklärt. "Die Termine waren in der ersten Woche sofort ausgebucht. Seit der 52. Kalenderwoche blieben in der Regel Termine frei." Die überwiegende Mehrheit der Kinder war ohne Vorerkrankungen.

An den beiden Standorten der Impfaktion durch den Landkreis wurden bis zum 7. Januar 2022 in Melle 998 und in Bersenbrück 928 Impfungen verabreicht. Die Altersgruppen der Impflinge waren ausgeglichen, einzig Fünf- bis Sechsjährige seien nicht so häufig vertreten gewesen. 

Das sagen die Kinderarztpraxen

Anders sieht es in der Bissendorfer Kinderarztpraxis Leninger aus. Wie eine Mitarbeiterin beschreibt, gebe es eine Warteliste von 200 Kindern und man habe "große Probleme mit einem Impfstoffmangel. Von 50 vor Weihnachten bestellten Dosen kam keine einzige an". 

Auch in der Wallenhorster Gemeinschaftspraxis für Kinder und Jugendliche impft die Kinderärztin Ulrike Hermes Kinder dieser Altersgruppe. Anfangs war die Nachfrage hoch, am kommenden Mittwoch erwartet die Praxis rund 600 Impfdosen. Hermes sagt, dass sie in Ihrer Praxis gegenwärtig vorrangig vorerkrankte Kinder impfe, dies sei auch bisher die Empfehlung der Stiko. Sie impfe aber auch, wenn keine Vorerkrankung vorliegt, sofern es der Wunsch von Kindern und Eltern ist. Der Beratungsbedarf sei hoch bei allen Eltern, die zu ihr in die Praxis kommen, erklärt Ulrike Hermes. Wenngleich sie zu den Kinderimpfungen rät, sehe sie die Kinder nicht als Treiber der Pandemie. 

"Viele Eltern fragen sich, warum sie ihre Kinder überhaupt impfen lassen sollen. Ich denke auch, dass selbst wenn alle Kinder geimpft wären, dies nicht viel ändern würde", erklärt Hermes weiter. Sie sehe die Verantwortung in erster Linie bei den Erwachsenen. 

Die Schulen und Omikron

Wie Henning Müller-Detert hingegen beschreibt, seien die Schulen bei den deutlich steigenden Zahlen durch die Omikron-Variante des Corona-Virus "ein Schwerpunkt der Kontaktverfolgung des Gesundheitsdienstes, um Infektionsketten schnell zu unterbrechen". Diese würden bei der Kontaktpersonennachverfolgung priorisiert, während man an andere Infizierte appelliert, Kontaktpersonen eigenständig zu informieren, da die Gesundheitsämter aktuell überlastet seien, heißt es in einer Pressemitteilung des Landkreises vom 6. Januar.

Rober Solsona/Europa Press
Die Schule hat in Niedersachsen wieder begonnen. Der Landkreis Osnabrück setzt auf die bewährte Hygienevorschriften und Kontaktnachverfolgung des Gesundheitsdienstes, damit Schulen nicht zu Hotspots werden.

Anders als in den Impfzentren des Landkreises war die Nachfrage nach Kinderimpfungen in der Stadt Osnabrück zuletzt hoch, wie Kinderärzte und Stadtsprecher erklärten. Weshalb im Landkreis die Nachfrage teils zurückging, ist derzeit nicht ganz klar. Der Landkreis erklärt, dass man das Impfangebot unbedingt fortsetzen wolle, "sodass kein Impfstoff zu verfallen droht". Eine Schwierigkeit im Zusammenhang mit den Kinderimpfungen sei zudem, dass man bei einer Impfdosis jedes Mal zehn Kinder auf einmal impfen muss, damit kein Impfstoff weggeworfen werden muss. Kinder sollen laut Empfehlung nur mit Biontech/Pfizer geimpft werden und erhalten anstelle der Erwachsenendosis von 30 Mikrogramm lediglich 10 Mikrogramm.

Neue Impftermine buchbar

Aufgrund der stagnierenden Nachfrage plane man aktuell keine weiteren Angebote, so der Sprecher. Auch habe man aktuell keine weiteren Impfdosen geordert. Termine sind weiterhin unter folgender Adresse für die Standorte in Melle und Bersenbrück buchbar: www.corona-os.de/impfen. Seit dem 10. Januar sind auch wieder Termine für Erst-, Zweit- und Auffrischimpfungen aller Altersklassen zu vereinbaren. 

Auffrischimpfungen sind nach einem Erlass des Niedersächsischen Gesundheitsministeriums nun auch für Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren empfohlen. Die Impfquote für Erstimpfungen ist in dieser Altersgruppe mit 66,6 Prozent vergleichsweise hoch. Niedersachsen ist unter den Spitzenreitern. 


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der NOZ MEDIEN und mh:n MEDIEN