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Auftakt zum dritten Wissensforum Warum Mädchen einen größeren Wortschatz haben

Utz Lederbogen, Pressesprecher der Uni, und Dr. Swen Malte John vom Fachbereich Humanwissenschaften in einem kurzen Dialog. Foto: Jörn MartensUtz Lederbogen, Pressesprecher der Uni, und Dr. Swen Malte John vom Fachbereich Humanwissenschaften in einem kurzen Dialog. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. „Die Begeisterung ist in Ihren Gesichtern abzulesen“, freute sich Berthold Hamelmann von der NOZ-Chefredaktion am Freitagabend. Volle dreieinhalb Stunden hatten zuvor 32 Professoren der Universität mehr als 200 Leser im Medienzentrum der Neuen Osnabrücker Zeitung beim 3. Osnabrücker Wissensforum mit Antworten zu den großen und kleinen Fragen des Lebens unterhalten.

Zum Beispiel: Warum haben Mädchen einen größeren Wortschatz als Jungen? Dazu wusste Prof. Dr. Christina Noack vom Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaft Antwort: Dass Mädchen den Jungen in bestimmten sprachlichen Bereichen überlegen sind, ist mehr als ein Klischee. Die Spracherwerbsforschung konnte mehrfach bestätigen, dass Mädchen bereits im Kleinkindalter im Durchschnitt über einen größeren Wortschatz verfügen als gleichaltrige Jungen, die dagegen im räumlich-visuellen Bereich häufig kompetenter sind. Eine Studie an über 1000 Kleinkindern in den Neunzigerjahren hat ergeben, dass Mädchen im Alter zwischen 16 Monaten und zweieinhalb Jahren ihren männlichen Altersgenossen im Wortschatz acht Wochen voraus sind. Auch im Schulalter zeigen sich immer wieder Wortschatz-Vorsprünge bei weiblichen Probandinnen. In der DESI-Studie („Deutsch-Englisch-Schülerleistungen International“), die die Sprachproduktion und das Sprachverstehen von Neuntklässlern prüfte, zeigten die Mädchen im Teilaspekt „Wortschatz“ deutlich bessere Ergebnisse, während in der Aussprache und der Sprechflüssigkeit allerdings die Jungen vorne lagen. Die These, dass Mädchen in sprachlichen Dingen generell kompetenter seien, ist empirisch also nicht haltbar.

Diese und viele andere Fragen hatten NOZ-Leser in den vergangenen Wochen eingereicht, und die Hochschullehrer gaben sich viel Mühe, diese teilweise komplexen Fragen verständlich zu beantworten. Ein Versuch, der wie schon in den beiden Vorjahren geglückt ist, bilanzierte Uni-Präsident Claus Rollinger. „Es war ein kurzweiliger und bunter Abend.“ Das lag auch daran, dass die Professoren nur jeweils vier Minuten Zeit hatten, um die Frage zu beantworten.

So viel Wissen macht Lust auf mehr. Rollinger und Hamelmann kündigten gemeinsam an: Die Vorbereitungen für das vierte Wissensforum im nächsten Jahr laufen bereits.

Die Fragen und Antworten wird die Neue OZ in einer Serie veröffentlichen.


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