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Zutrittskontrollen bei Weihnachtseinkauf 2G-Regel im Einzelhandel: Stadt und Marketing Osnabrück bereiten Bändchen-Lösung vor

Shopping im Einzelhandel soll nur noch für Geimpfte und Genesene möglich sein – auch in Osnabrück. In der Stadt soll es eine Bändchen-Lösung für die Kontrolle geben. (Archivfoto)Shopping im Einzelhandel soll nur noch für Geimpfte und Genesene möglich sein – auch in Osnabrück. In der Stadt soll es eine Bändchen-Lösung für die Kontrolle geben. (Archivfoto)
Michael Gründel

Osnabrück. Das Land Niedersachsen arbeitet an einer neuen Corona-Verordnung. Mit dem Regelwerk soll der Zutritt zum Einzelhandel auf Geimpfte und Genesene beschränkt werden. Stadt und Marketing Osnabrück planen gemeinsam mit den Händlern, den Zugang mit Bändchen zu kontrollieren.

Bei einer Konferenz von Bund und Ländern hatten sich die Beteiligten drauf geeinigt, dass der Zugang zum Einzelhandel künftig nur noch vollständig Geimpften und Genesenen ermöglicht werden soll. Nicht-Geimpfte werden damit vom Weihnachts-Shopping ausgeschlossen. Ausgenommen von der 2G-Regel bleiben Geschäfte des täglichen Bedarfs und der Grundversorgung. In Niedersachsen soll diese 2G-Regel mit Inkrafttreten einer neuen Corona-Verordnung umgesetzt werden. Das neue Regelwerk befindet sich aktuell in Arbeit und soll von Samstag, 11. Dezember, an gelten, hatte die Staatskanzlei angekündigt.

Stadt und Marketing Osnabrück stellen Konzept vor

Die Marketing Osnabrück (MO) und die Stadt Osnabrück arbeiten bereits in Abstimmung mit den Händlern an einem Konzept, wie die 2G-Regel in der Innenstadt, aber nicht nur dort, umgesetzt und kontrolliert werden kann. Einige Händler seien nach den Beschlüssen der Bund-Länder-Konferenz auf die Marketing Osnabrück zugekommen und hätten den Wunsch geäußert, eine einheitliche Lösung für die 2G-Umsetzung zu finden, sagt MO-Geschäftsführer Alexander Illenseer. Eine Abstimmung mit Vertretern aus dem Handel Anfang der Woche habe bestätigt, dass die Umsetzung in Form eines Bändchen-Konzepts grundsätzlich auf Zustimmung treffe.

Ziel sei es, dass die 2G-Regel im laufenden Weihnachtsgeschäft möglichst wenig Aufwand bei den Händlern selbst, aber auch bei den Kunden hervorrufe, erklärt Illenseer. Bis zum Mittwochmittag habe die Marketing Osnabrück weit über 20 Rückmeldungen von Geschäften erhalten, die sich an der Bändchen-Lösung beteiligen wollen, berichtet Illenseer. Er appelliert, dass sich möglichst viele Geschäftsinhaber aus Osnabrück an diesem Konzept beteiligen.

Stadt und MO: Sorgfältige Kontrollen notwendig für Konzept

Auch die Stadt unterstützt das Vorhaben. Heike Pape, Fachbereichsleiterin Bürger und Ordnung der Stadt Osnabrück, und Alexander Illenseer erinnern jedoch daran, dass grundsätzlich jeder einzelne Ladeninhaber dafür Sorge zu tragen hat, dass im eigenen Geschäft die 2G-Regel eingehalten wird. "Wenn die Kontrollen sorgfältig erfolgen und die Händlerinnen und Händler sich dazu gemeinsam verpflichten und vertrauen, steht einem Bändchen-Konzept nichts entgegen", so Pape. Das sei damit auch eine Abwägungsentscheidung für die Betreiber, inwieweit er da auch auf andere vertraut, oder ob es ihm zu heikel erscheint und er auf eigene 2G-Kontrollen setzt.

Der MO-Geschäftsführer ruft deshalb dazu auf, die Ausgabe der Bändchen auch sehr verlässlich durchzuführen. Denn dies sei wichtig für das Gelingen eines solchen gemeinsamen Konzepts. Die Händler würden von der MO schriftlich verpflichtet, die Maßgaben so wie vorgegeben umzusetzen. Die Abgabe der Bändchen an die Ladeninhaber werde an eine Vereinbarung geknüpft.

Geschäfte fungieren als Ausgabestellen für Bändchen

MO und Stadt wollen die Händler bei der Planung und Organisation eines einheitlichen Konzepts unterstützen, damit es greifen kann, sobald eine neue Corona-Verordnung in Kraft tritt. Geplant sei, dass Kunden am Eingang eines der teilnehmenden Geschäfte einmal ihren Nachweis über eine vollständige Impfung oder Genesung erbringen müssen und anschließend ein Papierbändchen erhalten. "Die Geschäfte fungieren also als Ausgabestellen für die 2G-Bändchen", teilt die MO mit. 

Einfachere und schnellere Zugangskontrollen?

Gästen soll das Bändchen dann eine einfachere Zugangskontrolle beim Besuch weiterer Läden ermöglichen. "Wir gehen davon aus, dass durch die Ausgabe von Bändchen Warteschlangen vor den einzelnen Geschäften reduziert werden können, denn ohne ein einheitliches Konzept müsste jeder Kunde vor jedem Geschäft seine Personalien und Nachweise vorzeigen, was für Mitarbeitende und Kunden gleichermaßen zu sehr hohem Aufwand führt", wird Illenseer in einer Mitteilung zitiert. Mit dem Konzept müssten Händler und deren Mitarbeiter zum Teil nur die Kontrolle der Bändchen durchführen. Dadurch könne der Zugang zum Geschäft schneller erfolgen, hofft die MO. "Wir hoffen, dass die Bürgerinnen und Bürger dadurch weiterhin im lokalen Handel ihre Weihnachtseinkäufe erledigen und nicht auf den Onlinehandel abwandern", so der Geschäftsführer. 

Ausgegeben werden darf ein Bändchen jedoch nur an Genesene, wenn deren Genesenenstatus bis Mitte Januar anhält und in der Zwischenzeit nicht verfällt. So lange sollen die Bändchen ihre Gültigkeit behalten, kündigte, Illenseer an. Die MO orientiert sich dabei an dem Gültigkeitszeitraum der neuen Corona-Verordnung. Voraussetzung ist, dass das Bändchen nicht in der Zwischenzeit vom Handgelenk abgenommen wird – bei Armbändern aus Papier sehr unwahrscheinlich. Ist das Bändchen einmal abgenommen, muss der 2G-Status beim nächsten Einkaufsbummel erneut nachgewiesen werden, um ein Bändchen bekommen zu können.

Pape rät den Besuchern dringend, die erforderlichen 2G-Nachweise und einen Personalausweis immer dabei zu haben – auch, wenn eine Kontrolle in einem Geschäft bereits erfolgt ist und ein Bändchen am Handgelenk getragen wird.

Ausnahmen für Kinder und Jugendliche

Nach derzeitigem Stand sollen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren von der 2G-Regel im Handel ausgenommen werden, sagt Pape. Sollte dies mit der Verordnung auch so umgesetzt werden, empfiehlt sie jedoch, ein Dokument dabei zu haben, mit dem Kinder und Jugendliche ihr Alter am Eingang der Geschäfte nachweisen können.

Bändchen vom Weihnachtsmarkt kommen zum Einsatz

Die MO will ab Freitag die Bändchen an teilnehmende Händler ausgeben. Zunächst gibt es ein Comeback: Die übriggebliebenen Papierbändchen vom historischen Weihnachtsmarkt, der vorzeitig abgebrochen wurde, werden zunächst zum Einsatz kommen, kündigt Illenseer an. Die noch vorhandenen etwa 150.000 Weihnachtsmarkt-Bändchen würden die Händler kostenlos erhalten. Parallel sollen bereits weitere Armbänder bestellt werden. An deren Beschaffung müssten sich die teilnehmenden Geschäfte mit einer Umlage voraussichtlich in Höhe zwischen 20 und 100 Euro beteiligen, so Illenseer. Wichtig ist: Wer noch ein Stoffbändchen vom Weihnachtsmarkt am Handgelenk trägt, muss trotzdem den 2G-Status nachweisen und erhält dann ein Papierbändchen. Die Stoffbändchen seien für die 2G-Beschränkung im Handel nicht gültig, so Franziska Gähr von der MO.

Philipp Hülsmann
Zunächst sollen für das Bändchen-System im Osnabrücker Einzelhandel die vom historischen Weihnachtsmarkt übriggebliebenen Bändchen aus Papier (links) zum Einsatz kommen. Die roten Stoffbändchen haben im Handel keine Gültigkeit. (Archivfoto)

Hin und her bei Zutrittsbeschränkung möglich

Bund und Länder hatten sich darauf geeinigt, dass die Beschränkung auf 2G im Handel bundesweit inzidenzunabhängig gelten soll. In einer Ankündigung der Staatskanzlei zur neuen Verordnung von Montagabend heißt es jedoch, dass der Zutritt zum Einzelhandel "ab Warnstufe 2 auf geimpfte und genesene Personen begrenzt werden" soll. In dieser Stufe befinden sich Stadt und Landkreis Osnabrück aktuell. Doch dies könnte sich ab Sonntag, 12. Dezember, ändern. Nach dem jetzigen Verordnungsentwurf, der unserer Redaktion vorliegt, würde in Warnstufe 1 die Zugangsbeschränkung zum Einzelhandel nicht gelten. Sprich: Am Samstag könnte die 2G-Regel greifen, ab Montag, 13. Dezember, könnte einkaufen wieder für alle möglich werden. 

2G im Handel auch in Warnstufe 1?

Regierungssprecherin Anke Pörksen wies bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Hannover jedoch darauf hin, dass "aller Voraussicht nach" die Verordnung im Laufe der gerade stattfindenden Abstimmung so verändert werde, dass, auch wenn das Land in Warnstufe 1 rutschen sollte, "trotzdem die Regel 2G für den Einzelhandel aufrecht erhalten" werde. Die Letztabstimmung im Kabinett müsste dazu noch erfolgen, so die Sprecherin.


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