Weiter hohe Nachfrage nach Corona-Tests Ansturm hält an: Mitarbeiter in Osnabrücker Testzentren arbeiten am Anschlag

Wer sich in einem Testzentrum auf Corona testen lassen will, muss sich derzeit auf Wartezeiten einrichten – so wie hier vor dem Corona-Testzentrum bei IKEA in Hellern.Wer sich in einem Testzentrum auf Corona testen lassen will, muss sich derzeit auf Wartezeiten einrichten – so wie hier vor dem Corona-Testzentrum bei IKEA in Hellern.
André Havergo

Osnabrück. Durch 2Gplus müssen sich Geimpfte und Genesene für bestimmte Termine testen lassen. Das bringt die Testzentren in Osnabrück an den Rand der Auslastung.

„Es ist übervoll, übervoll, übervoll!“ Andrea Lammers vom Lifequell Corona-Testzentrum am Blumenhaller Weg ist beim Telefoninterview, Freitag, kurz nach 12 Uhr, aus der Puste. Am Morgen haben ihre Tester schon 200 Bürger zwischen 8 und 11 Uhr auf Covid-19 getestet. „Hier geht alles Schlag auf Schlag“, sagt sie.

Seit am 1. Dezember die 2Gplus-Regel in Stadt und Landkreis in Kraft getreten ist, suchen die Osnabrücker die Corona-Testzentren scharenweise auf. Durch die neue Regelung müssen auch Geimpfte und Genesene unter anderem beim Friseur, im Restaurant oder auf Kultur- und Sportveranstaltungen einen negativen Schnelltest vorzeigen. Ein Selbsttest reicht für den Eintritt nicht aus. Die 3G-Regel am Arbeitsplatz sorgt für zusätzlichen Ansturm auf die Testzentren.

Das bemerkt auch Magnus Westerkamp. Er betreibt zwei Testzentren in Osnabrück: den Drive-in an der Halle Gartlage und das Bürgertestzentrum in der Gutenberg-Passage. Immerhin: „An der Halle Gartlage entspannt sich die Lage zurzeit“, sagt er, womöglich schrecke die Baustelle vor dem Testzentrum einige Bürger ab. Dennoch hätten die Tester sehr viel zu tun. „In der Innenstadt bemerken wir deutlich mehr Andrang aufs Testzentrum“, fügt Westerkamp hinzu.

Unangemeldete halten Tests auf

Probleme bereiteten vor allem Testwillige, die ohne Anmeldung erscheinen. Durch fehlende Anmeldung verlängere sich die Wartezeit, sagt Westerkamp: „Normalerweise ist man am Drive-in in fünf bis zehn Minuten durch. Aber wenn viele unangemeldet erscheinen, kann das Ganze auch schon einmal eine halbe Stunde dauern.“

Catharina Peters
Ruhe vor dem Ansturm? Auf ihren Test in der Theaterpassage musste NOZ-Redakteurin Catharina Peters am Freitagmittag nicht allzu lange warten. Allerdings: Nur wer angemeldet ist, wird hier auch getestet.

Bei der Teststelle von Lifequell ist das anders. Sie verzichtet grundsätzlich auf eine Anmeldung, allerdings sollten Testwillige ein Kundenkonto anlegen, auf dem sie alle persönlichen Daten mit einem QR-Code speichern. „Nichtregistrierte Kunden halten uns auf“, sagt Lammers dazu. Die Folge: Wartezeiten von 45 bis 60 Minuten.

Die Unangemeldeten könne man allerdings nicht über einen Kamm scheren, hebt Westerkamp hervor. „Etwa die Hälfte ist nicht angemeldet, weil sie es nicht können“, sagt er. Gerade ältere Menschen ohne Internetzugang und Smartphone hätten das Nachsehen. „Da helfen wir natürlich.“ Wünschenswert sei es, sagt Westerkamp, wenn die Stadt Osnabrück wie andere Gemeinden Hilfe beim Anmelden anböte. „Die andere Hälfte ist aber unangemeldet, weil sie nicht wollen“, ergänzt er. Für sie zeigt er kein Verständnis. „Wenn wir weiterhin viel testen, müssen wir Unangemeldete wegschicken.“ Das sei in anderen Corona-Testzentren schon jetzt der Fall.

Droht Testknappheit?

Wenn die Testzentren ausgelastet sind, wirft sich eine weitere Frage auf: Reichen die Tests, um dem Andrang auf Dauer gerecht zu werden? „Der Markt ist angespannt und die Preise für Tests steigen“, sagt Magnus Westerkamp. An den Teststationen an der Halle Gartlage und in der Gutenbergpassage seien aber genügend Tests vorrätig, versichert er.

Für den Moment kann auch Lammers vom Testzentrum am Blumenhaller Weg entwarnen. „Wir haben früh genug Tests gekauft. Aber wie die Lage bei der aktuellen Schlagzahl Ende Dezember aussieht, ist fraglich“, sagt sie.

Generell sieht Andrea Lammers ein Problem in den wenigen Testmöglichkeiten in Osnabrück: „Als die Bürgertests kostenpflichtig geworden sind, haben viele Testzentren geschlossen. Jetzt müssen die übrigen Zentren durch 2Gplus mehr testen. Das kann kein Mensch stemmen!“ Durch die neuen Testregeln sei die Nachfrage beim Lifequell-Testzentrum innerhalb weniger Tage um ein Viertel gestiegen, sagt sie. Und verabschiedet sich: „Ich muss jetzt auflegen. Hier ist viel zu viel zu tun.“


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