Psychotherapeuten in Ausbildung protestieren Flashmob in Osnabrück erregt wenig Aufmerksamkeit

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Die Teilnehmer des Flashmobs setzen sich für eine Reform der Ausbildungsverordnungen ein. Foto: Egmont SeilerDie Teilnehmer des Flashmobs setzen sich für eine Reform der Ausbildungsverordnungen ein. Foto: Egmont Seiler

Osnabrück Wer vorab nicht Bescheid wusste, blieb beim Anblick der für einen Moment wie erstarrt wirkenden jungen Leute auf dem Nikolaiort ratlos. Nur fünf Minuten dauerte der Flashmob, bei dem auf einen Pfiff hin alle Teilnehmer regungslos verharrten. Auf den Schlusspfiff hin verstreuten sie sich sofort wieder in alle Richtungen.

Erst auf Nachfrage wurde deutlich, worum es ging: Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) protestierten mit der Aktion für eine Reform der Ausbildungsverordnungen von Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten.

Hauptkritikpunkt der Psychotherapeuten in Ausbildung war die ungeregelte Vergütung der 1800 Arbeitsstunden, die sie während ihrer Ausbildung leisten müssen. Die Spanne reiche von null bis zu wenigen Hundert Euro im Monat, obwohl sie mit ihrem akademischen Abschluss in dieser Zeit bereits eigenverantwortlich arbeiten. Außerdem sei nach der Bologna-Reform unklar, welcher Studienabschluss für den Zugang zur Psychotherapeutenausbildung berechtige, so die Protestierenden. Ihre Forderung ist der Master, um das hohe Niveau der Ausbildung zu halten.

„Seit 1999 das Psychotherapeutengesetz in Kraft gesetzt wurde, gab es keinerlei Reformen mehr“, kritisierte Diplom-Psychologe Lorenz Böttcher. Das Datum am 9. September um 19 Uhr sei auch aus symbolhaften Gründen für die bundesweite Protestaktion gewählt worden, die außer in Osnabrück auch in Berlin, Bielefeld, Braunschweig, Dresden, Frankfurt/Main, Hamburg, Hannover, Münster, Oldenburg, Trier und Tübingen stattfand.

Die geringe Aufmerksamkeit, die die 21 Teilnehmer in der sich leerenden Osnabrücker Innenstadt erregten, ärgerte Böttcher nicht. „Die ganze Aktion ist gefilmt worden und wird im Social Web unter anderem über Facebook weiter verbreitet“, erklärte er. Auf www.piapolitik.de könne man den Spot demnächst sehen.


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