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Das Filmfest vergibt seine Preise Stasi-Spitzel und die Kinder des Bürgerkriegs

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Osnabrück. Die 26. Ausgabe des Unabhängigen Filmfests Osnabrück endete gestern Abend mit der feierlichen Preisverleihung. Den Friedensfilmpreis erkannte die Experten-Jury – bestehend aus Jürgen Francke, Peter Nowotny und Heide Schürmeier – dem Dokumentarfilm „Vaterlandsverräter“ zu. Die Regisseurin Annekatrin Hendels porträtiert darin den Schriftsteller Paul Gratzik, der als IM seine Freunde und Kollegen bespitzelt hat, der Stasi aber 1981 den Rücken kehrte. Die VR-Stiftung der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Norddeutschland und Volksbank Osnabrück eG hat die Ehrung mit 5000 Euro ausgestattet.

Den Filmpreis für Kinderrechte sprach eine Schüler-Jury dem kolumbianischen Animationsfilm „Pequeñas Voces“ zu. Filmemacher Jairo Carrillo ließ kolumbianische Kinder ihre Kriegserfahrungen schildern und setzte ihre Zeichnungen in Trickfilm-Bilder um. Das Konzept überzeugte die Schüler-Juroren Katrin Brörmann, Jan-Nik Kemming, Annika Loll, Helena Petermann und Johanna Wiemeyer. Der Regisseur darf sich über die Preissumme von 2000 Euro freuen, bereitgestellt von der Stadt Osnabrück (Fachbereich für Kinder, Jugendliche und Familien).

Der Ernst-Weber-Fonds stellt seinen Preis (1000 Euro) unter das Motto der Solidarität – und dieses Ideal am besten umgesetzt fanden die Juroren Marek Aniol, Claudia Imig, Doris Spielberg-Hinrichs in Marian Crisans Spielfilm „Morgen“. Darin unterstützt ein einfacher Bauer von der ungarisch-rumänischen Grenze einen türkischen Flüchtling – obwohl er kein einziges Wort von dessen Sprache versteht.

Der Landkreis Osnabrück vergibt seinen Filmpreis für Zivilcourage an Lisa Gornicks 23-Minüter „DIP“, ein Jugend-Drama um einen somalischen Jungen, der sich gegen die Vereinnahmung durch Kriminelle zur Wehr setzt. Ein klares Zeichen für Courage finden die Juroren Friederike Luthin, Marleen Mazzega, Sophia Prasse, Lara Schulte und Sebastian Sendrowski.

Das Studierendenparlament macht das Publikum zum Preisrichter über den besten Kurzfilm: Die Mehrheit der Zuschauer vergab die 500 Euro an die spanische Tragödie „Matar a un Niño“ von César Esteban Alenda und José Esteban Alenda.


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