Technologie in der Testphase Induktion statt Oberleitung für Osnabrücker Busse?

a:2:{s:7:"default";s:107:"Durch Induktion wird dieser E-Bus in Mannheim aufgeladen. Ein Modell für Osnabrück? Foto: privat";s:36:"57558d73-e961-452d-8126-31cf40d09368";s:98:"Durch Induktion wird dieser E-Bus in Mannheim aufgeladen. Ein Modell für Osnabrück? Foto: privat";}a:2:{s:7:"default";s:107:"Durch Induktion wird dieser E-Bus in Mannheim aufgeladen. Ein Modell für Osnabrück? Foto: privat";s:36:"57558d73-e961-452d-8126-31cf40d09368";s:98:"Durch Induktion wird dieser E-Bus in Mannheim aufgeladen. Ein Modell für Osnabrück? Foto: privat";}

Osnabrück. Ist das Oberleitungskonzept für den Busverkehr in Osnabrück schon am Ende, bevor es überhaupt beschlossen ist? FDP-Oberbürgermeisterkandidat Robert Seidler setzt auf E-Busse, die mit Induktionsstrom betrieben werden. Auf Seidlers Einladung stellte Uwe Meins von der Uni Braunschweig jetzt die Primove-Technologie des Berliner Herstellers Bombardier vor. Die Planungsgesellschaft Nahverkehr Osnabrück (PlaNOS) hält die Induktionsbusse allerdings noch nicht für ausgereift.

Uwe Meins, ein Experte für Bahnantriebe, jahrzehntelang an der Transrapid-Entwicklung beteiligt. Das Prinzip hinter Primove beschrieb er so: Busse im Stadtverkehr werden mit Batterien ausgerüstet, an verschiedenen Haltestellen werden Metallplatten im Boden vergraben und an einen Stromkreislauf angeschlossenen. Hält der Bus über einer solchen Platte, entsteht ein Magnetfeld, und über einen im Boden des Fahrzeugs verankerten Pick-up werden die Batterien nachgeladen.

Die kurzen Stopps während einer Tour seien ausreichend, um die Energieversorgung auf der Strecke zu decken, erklärte Meins. Bei längeren Pausen an Start- und Endhaltestellen könnten die Kapazitäten der Batterien auf das Maximum geladen werden. Knackpunkt der Technologie: Derzeit befindet sie sich erst in der Erprobungsphase. Prognosen über die Tauglichkeit der Technologie für Osnabrück wollte Meins nur bedingt wagen: Aktuell läuft ein Pilotprojekt in Braunschweig an, weitere Tests seien in Mannheim und Berlin geplant. Die Ergebnisse gelte es abzuwarten, so Meins.

In der Tendenz sei aber von einer ernsthaften Alternative für den zukünftigen Personennahverkehr auszugehen, zumal Primove Öko-Richtlinien spielend umsetze: „Der Bus selbst verursacht überhaupt keine Emissionen, zudem bringt die Technologie kaum Kosten mit sich“, hob Meins zwei Vorteile hervor. Robert Seidler bezifferte den Preis einer Primove-Installation in Osnabrück auf insgesamt 35, 6 Millionen Euro, in seinem Rechenspiel sind unter anderem Kauf und Montage von dreißig Ladestationen sowie die Anschaffungskosten von 46 entsprechend ausgerüsteten Bussen enthalten.

Nach den Berechnungen der PlaNOS würde die Umrüstung des öffentlichen Personennahverkehrs auf Oberleitungsbusse in Osnabrück rund 94 Millionen Euro kosten. In der Veranstaltung von OB-Kandidat Robert Seidler wurde diese Zahl infrage gestellt, weil im Gutachten des Ingenieurbüros Lindschulte & Kloppe an anderer Stelle die Zahl 194 Millionen Euro genannt wird. PlaNOS-Geschäftsführer Martin Meyer-Luu hat inzwischen deutlich gemacht, dass sich diese Zahl auf ein reines Obussystem bezieht. Für Osnabrück würden aber Busse mit Batteriespeicher favorisiert. Ein solches System sei deutlich günstiger zu installieren.


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