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Partnerschaftlicher Mentor Osnabrücker Medienwissenschaftler Wolfgang Becker gestorben

Beliebt und engagiert: Prof. Wolfgang Becker. Foto: Klaus LindemannBeliebt und engagiert: Prof. Wolfgang Becker. Foto: Klaus Lindemann

Osnabrück. Trauer an der Universität Osnabrück: Dr. Wolfgang Becker, ehemaliger Professor für Medienwissenschaft, ist am Mittwoch nach langer, schwerer Krankheit in einem Krankenhaus in Ostercappeln verstorben. Mit ihm verliert die Universität einen bei Kollegen und Studenten gleichermaßen beliebten Wissenschaftler.

„Er war ein partnerschaftlicher Mentor, ein Mann, der antrieb.“ – Aussagen wie diese hört man oft, wenn es um Wolfgang Becker geht. In seiner Laufbahn hat er viele Spuren hinterlassen, sowohl in Osnabrück als auch überregional.

Geboren 1943 in Marburg und aufgewachsen in Wuppertal, absolvierte er ein Publizistikstudium an der Universität in Münster, wo er 1970 seine Doktorarbeit „Zur politischen Ökonomie des NS-Films“ verfasste.

Ab 1974 arbeitete er an der damals noch sehr jungen Universität Osnabrück, baute ab 1976 den in der Bundesrepublik völlig neuen Studiengang „Medienwissenschaft“ mit auf, der dann seit dem Wintersemester 1977/78 seinen Betrieb aufnehmen konnte. Ein Studium mit großer Strahlkraft. Drehbuchautoren, Professoren, Produktionsleiter: Viele seiner ehemaligen Studenten machten in der Medienbranche Karriere.

Oft konnte er seine Verbindungen nutzen, um Medienprofis zu Gastvorträgen einzuladen. Zudem initiierte Wolfgang Becker in der Vergangenheit ein Austauschprogramm mit der Rowan-Universität in Glasboro/New Jersey. Angebote, die seine Studenten gerne wahrnahmen.

Von der Theorie zur Praxis – dieser Schritt war ihm stets wichtig. Von seinem Einsatz, neue Talente zu fördern, zeugen auch die Kooperationen mit dem NDR und dem WDR, aber auch mit Filmproduktionsfirmen wie der Münchener Constantin-Film.

Bestürzt über das Ableben Wolfgang Beckers zeigte sich auch Manfred Meyer von MM-TV. Für den Geschäftsführer der Osnabrücker Filmproduktionsgesellschaft (die beiden MM stehen für Manfred Meyer) war Wolfgang Becker „mehr als ein Geschäftspartner, vielmehr ein wahrer Freund“.

Bis zuletzt habe Wolfgang Becker mit ihm als Gesellschafter noch Projekte in den Niederlanden betreut, wie dem binationalen „TV Euregio“-Portal.

Zusammen mit dem WDR-Regisseur Hanno Brühl, der MM-TV und der Universität Osnabrück war er mitverantwortlich für das 2008 entstandene, erfolgreich aufgeführte Dokudrama „Remarque – Sein Weg zum Ruhm“ mit Max von Thun in der Titelrolle.

Eine geplante Fortsetzung konnte aufgrund der Erkrankung Wolfgang Beckers nicht vollendet werden.


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