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Vor 50 Jahren wurde der Grundstein gelegt – Südstadtkirchengemeinde feiert Jubiläum Melanchthonkirche feiert Geburtstag

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Osnabrück. Für die evangelisch-lutherische Südstadtkirchengemeinde steht das neue Jahr im Zeichen des 50-jährigen Bestehens der Melanchthonkirche. Am 8. April 1962 wurde der Grundstein gelegt, und am 22. Juli konnte die Gemeinde, eine Tochtergemeinde der Lutherkirche, schon einmal das neue Gemeindehaus beziehen.

Die Einweihung der fertigen Kirche selbst fand eineinhalb Jahre später statt am 8. September 1963. Heute ist die Melanchthongemeinde zusammen mit der Luther-, Lukas- und Margaretengemeinde zur Südstadtkirchengemeinde verschmolzen.

Mit dem Neujahrsempfang der fusionierten Großgemeinde in der Melanchthonkirche am Sonntag, 15. Januar, 11 Uhr, beginnt das Programm des Geburtstagsjahres. Ein Wohltätigkeitsessen in der Kirche ist geplant, ein Sonderkonzert in der Reihe „Orgel und mehr“ am Wahlsonntag der Kirchenvorstandswahlen und ein Gemeindeabend, bei dem die Teilnehmer mit den vier ehemaligen Pastoren der Melanchthongemeinde in Erinnerungen schwelgen können.

Im aktuellen Gemeindebrief hat das Klaus Künkel, der erste Pastor der Melanchthonkirche, schon einmal gemacht. Vom Westerberg, wo er heute wohnt, kann er die am höchsten gelegenen Kirche Osnabrücks immer noch gut sehen. Kurz vorher war Künkel als junger Pastor vom damaligen Landessuperintendenten Degener nach Osnabrück geholt worden. Künkel: „Mein Auftrag: Planung, Organisation und Bau der Melanchthonkirche. Kirche im doppelten Sinn: Kirchengebäude und Gemeindehaus aus Stein und Kirchen-Gemeinde aus Menschen.“

Der Name der Gemeinde und der Architekt waren schon festgelegt. Künkels erste Tat war die Gründung des Kirchbauvereins in der Brinkstraßenschule. Bevor es richtig losging, starb der Architekt. Sein junger Mitarbeiter Hans Pause hatte einen anderen Plan. Künkel erinnert sich: „Ich sah ihn auf seinem Schreibtisch, er war nicht für uns gedacht. Ich drehte ihn um und sagte: Das soll unsere Kirche werden.“ Sie wurde es. Künkel bedauert heute noch, dass das Landeskirchenamt die Pläne ändern ließ: Der Bau wurde auf 400 Plätze vergrößert.

Auf dem Platz der künftigen Kirche wurde ein großes Birkenkreuz aufgerichtet; den Baum hatte Bauer Hauswörmann gestiftet. Beim ersten Bauplatz-Gottesdienst 1959 machten sich die Kühe von der Nachbarwiese hinterrücks am Talar des Geistlichen zu schaffen. Die vier stählernen Glocken wurden in Bochum gekauft. Das Landeskirchenamt hätte lieber Bronzeglocken gehabt, aber die Gemeinde musste sie selbst bezahlen, und Bronze war da nicht drin.

Dennoch: Dirk Hartung, Diakon der Südstadtkirchengemeinde, ist begeistert vom Kirchenbau: „Die Melanchthonkirche fasziniert durch ihre klare Schlichtheit. Der Grundriss erinnert an ein Schneckenhaus. Durch den Windfang betritt der Gottesdienstbesucher einen klaren, hellen Raum.“ Hartung beschreibt im aktuellen Gemeindebrief die Kunst in der Kirche: Der helle Gottesdienstraum wird dominiert von einem großen Kruzifix. Der Bildhauer Heinz Heiber (1928–2003) schuf dieses Kruzifix und die Bronzeplatte an der Kanzel. Diese Bronzeplatte an der Kanzel – ein Duplikat befindet sich in der St.-Marien-Kirche in Osnabrück – bildet das Pfingstgeschehen ab. Die Taube und zwölf Feuerflammen auf den Köpfen der Apostel symbolisieren den Heiligen Geist.

Das Lesepult trägt die Symbole der vier Evangelisten. Hartung kommt zu dem Schluss: „Die Melanchthonkirche ist ein sehr modernes Bauwerk, das sich aber an einem alten Kirchenmodell orientiert und somit zu einem ökumenischen Bauwerk wird, das nicht die Unterschiede, sondern die Gemeinsamkeiten der Konfessionen betont.“


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