zuletzt aktualisiert vor

Bergkirche nach Renovierung wiedereröffnet – Kirchenpräsident Jann Schmidt predigt Schöner Rahmen für Gottes Wort

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Mit einem stimmungsvollen und gut besuchten Gottesdienst wurde die Wiedereröffnung der Bergkirche gefeiert. Foto: Thomas OsterfeldMit einem stimmungsvollen und gut besuchten Gottesdienst wurde die Wiedereröffnung der Bergkirche gefeiert. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Mit einem feierlichen Gottesdienst wurde die Wiedereröffnung der Bergkirche an der Kante des Westerbergs gefeiert. Nach zweijähriger Renovierungsphase war der Gottesdienst Auftakt der Festwoche unter dem Motto „Eine Kirche blüht auf“.

Zwei Jahre lang musste die evangelisch-reformierte Gemeinde Osnabrück auf diesen Tag warten. Vor zwei Jahren war die Osnabrücker Bergkirche aus Renovierungsgründen geschlossen worden. Provisorisch wurden die Gottesdienste in dieser Zeit in der Gymnasialkirche abgehalten. „Mir hat das schon gefehlt“, sagt Ute Schaper nach dem Gottesdienst. „Dieses Gefühl, etwas Eigenes zu haben. So eine Art Heimat. Man fühlte sich irgendwie ausquartiert.“

Nun erstrahlt die 1893 gebaute Kirche nach zweijähriger Renovierungsphase wieder in altem Glanz: Die ursprünglichen, in den 50er-Jahren jedoch übertünchten Malereien im Inneren sind wieder freigelegt. Das Holz der Bänke, der Kanzel und der Brüstungen, das mit Schadstoffen belastet war, ist saniert.

Mit einem stimmungsvollen und gut besuchten Gottesdienst wurde die Wiedereröffnung der Bergkirche gefeiert. Zur Begrüßung bedankte sich Pastorin Ilse Landwehr für die gut verlaufene Renovierungsphase. Die erneuerte Bergkirche solle ein Ort der Gerechtigkeit und Versöhnung werden.

Mahnende Worte gab es allerdings in der Predigt von Kirchenpräsident Jann Schmidt. Atmosphäre und Renovierung seien für ein Haus Gottes nicht ausreichend. „Ohne das Wort Gottes bleibt die Bergkirche zweideutig. Diese Kirche ist unnütz, wenn nicht das Wort Gottes gesprochen wird. Denn das Wort Gottes macht die Bergkirche zu Gottes Haus.“

Bezug nahm Schmidt auch zu der seit Langem schwindenden Zahl der Gottesdienstbesucher. „Wir müssen uns fragen, warum so vielen Menschen die Gottesdienste nicht attraktiv genug erscheinen, und müssen sie attraktiver gestalten. Diese Kirche verdient mehr Experiment.“

Besonders begeistert zeigten sich die Besucher des Gottesdienstes trotz der freigelegten Ornamente von der Schlichtheit der Kirche. Eine der Begeisterten war Uta Peter-Raude. In der Bergkirche wurde sie getauft und konfirmiert. Vor einigen Jahren fand sie die Kirche nicht mehr einladend und irgendwie düster. Nach der Renovierung hat sich das geändert. „Ich finde die Farben sehr toll. Sie sind sehr zurückhaltend. Man merkt, dass hier der Glaube im Vordergrund steht und nicht der Schmuck.“ Zustimmung bekommt sie von Anne Kemper. „Es ist ein schöner Ort zur Einkehr und Besinnung, auch weil die Kirche so klein und persönlich ist.“ Ob sich die beiden nun vorstellen könnten, wieder häufiger dort zu sein? „Eigentlich sollte man öfter wieder hier zur Kirche gehen,“ sagte Uta Peter-Raude.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN