zuletzt aktualisiert vor

Projekt zum Thema Toleranz und Integration im Westwerk Universelle Sprache Musik

Von Brigitte Schäfer

Mit Musik eigene Gedanken ausdrücken zu können war Ziel des Projekts im Jugendzentrum Westwerk. Muhammed Yilmaz rappt zusammen mit der Initiative „Culture on the road“. Foto: Uwe LewandowskiMit Musik eigene Gedanken ausdrücken zu können war Ziel des Projekts im Jugendzentrum Westwerk. Muhammed Yilmaz rappt zusammen mit der Initiative „Culture on the road“. Foto: Uwe Lewandowski

bris Osnabrück. Coole Rhythmen, Beats und viel Bewegung sowie spontane Kreativität in einem Workshop zum Thema Integration und Toleranz: An zwei Tagen tauschten 40 Realschüler des Schulzentrums Eversburg die Schulbank gegen Veranstaltungsräume im Jugendzentrum Westwerk.

Vier Erlebnispädagogen aus vier verschiedenen Kulturkreisen aus der Initiative Culture on the Road leiteten den Workshop. Dieses Projekt für Toleranz und jugendkulturelle Vernetzung in Berlin wurde finanziert von Integros, einem Osnabrücker Projekt zur Bekämpfung rechtsextremer Tendenzen aus dem Bundesprogramm „Vielfalt tut gut“.

Tanzen, digitale Musikproduktion und Rap standen auf dem Stundenplan der Klassen 8a und 8b. Zusätzlich erläuterte Nicole Hahl Gefahren rechtsextremer Strömungen und diskutierte mit den Jugendlichen über Intoleranz und Ausgrenzung.

Monica Hevelke, Dozentin für urbane Tanzstile des Archivs der Jugendkulturen, stellte ihren ausschließlich weiblichen Teilnehmern Breakdance, House und Hip-Hop vor. „Perfektion ist hier nicht gefragt, sondern Mut, viel Neues auszuprobieren, Leidenschaften zu entdecken und in etwas wachsen zu können“, erläuterte Hevelke.

Ausnahmslos Jungen versammelten sich dagegen beim Tontechniker Hüseyin Dönertas, um die Musik für die Rap-Texte ihrer Kollegen auf dem Laptop zusammenzustellen. Die meisten spielen ein Musikinstrument. Max Bauer hat sich nach dem ersten Projekttag die Freeware-Version einer intuitiv bedienbaren Musikproduktionssoftware besorgt. Auch Trompeter Daniel Böggemann, Snare Drummer Nico Woller und Keyboarder Elias Alberding sind begeistert und wollen diese Art der Musikproduktion zu Hause weiter fortführen.

Beim Sounddesigner und Hobbyrapper Chris Henry brachten die Jugendlichen eigene Gedanken zu Papier und stellten ihren Rap-Song vor. Themen waren etwa Ausgrenzung, Verlogenheit in der Gesellschaft, schlechte Erlebnisse, aber auch viel Positives.

Fußballer Toni Gogic fragte angesichts alkoholisierter, randalierender Jugendlicher in seinem Song nur: „Keine Hobbys oder was?“ Schulzeitungsredakteur Marco Vitale schrieb in englischer Sprache und erzählte von dem Traum, endlich ein Klavier zu bekommen, für das er im elterlichen Restaurant ein wenig mithelfen musste. „Im Nachhinein war das eine hilfreiche Erfahrung für mich, jetzt weiß ich das Instrument richtig zu schätzen“, so Vitale.

Zum Abschluss wurden die Ergebnisse aller drei Gruppen zu einem musikalisch untermalten Rap-Song mit Tanzelementen zusammengeführt.

Sichtlich zufrieden mit dem Workshop zeigte sich Thomas Beiermann, Diplom-Sozialpädagoge und Leiter des Westwerks: „Culture on the Road sind schon zum zweiten Mal bei uns, und das aus gutem Grund. Die Arbeit schlägt bei Jugendlichen Wellen, hier wird nicht nur konsumiert, der Erfolg ist nachhaltig, was sich in der Jugendarbeit schnell zeigt.“ Die Mitglieder von Culture on the Road seien kompetent und wissen, worüber sie reden, so betonte Beiermann: „Sie haben ein Alter, in dem sie unsere Kids noch erreichen, und sie sind authentisch“.