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Neue Kita an der Mindener Straße Wasserwerk als Ort der Integration

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Osnabrück. Eigentlich besteht die Integrative Kindertagesstätte (Kita) der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück schon seit Mitte August 2010. Aber weil das Haus damals noch eine Baustelle war, wurde die feierliche Eröffnung mit hohem Besuch aus der Landeshauptstadt und viel Gesang erst jetzt gefeiert.

„Besonders am Anfang ist Sprachförderung von großer Bedeutung“, betonte Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan bei der Eröffnung. Sie selbst sei ihren Eltern heute noch dankbar, dass sie sie im Alter von drei Jahren in einen Kindergarten geschickt haben. „Dort habe ich Deutsch gelernt.“ Passend zu diesem Appell hatten die Kinder ein Lied vorbereitet, in dem der Text nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Türkisch, Englisch, Russisch oder Arabisch mitgesungen werden kann.

In den vergangenen Jahrzehnten diente das Gebäude an der Mindener Straße in Schinkel unter anderem als Studentenwohnheim, bevor es längere Zeit leer stand. Doch der Tag der Einweihung war auch nicht zufällig gewählt: Auf den Tag genau war es 120 Jahre her, dass das Wasserwerk seinen Betrieb aufnahm, erklärt der Vorsitzende der Heilpädagogischen Hilfe, Klaus Wamhof.

Nun füllt wieder viel Leben die alten Mauern: 55 Kinder besuchen die von der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück geführte Kita. Sie teilen sich auf in eine Regelgruppe für 25 Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren, eine integrative Gruppe für 18 Kinder und eine integrative Kinderkrippe für 12 Kinder von 0 bis 3 Jahren. Das vorschulische Bildungs- und Erziehungsangebot wird zudem durch Therapien und Sprachförderung für mehrsprachig aufwachsende Kinder vor Ort ergänzt.

Der im März vergangenen Jahres begonnene Umbau des Hauses war jedoch nicht einfach, wie Architekt Peter Gödert vermerkte. „Wir mussten die Bedürfnisse einer Kindertagesstätte mit den Vorschriften des Denkmalschutzes vereinbaren.“

Beim Einzug der Kinder im August 2010 war das Haus dann noch eine „regelrechte Baustelle“, berichtete der Leiter des Alten Wasserwerks, Markus Weckermann. „Als ich das Chaos sah, dachte ich mir, die Bewerbung zieh ich wieder zurück.“

Doch Weckermann blieb und ist nun stolz auf die „sehr gelungenen Umbauarbeiten“. Finanziert wurden sie unter anderem durch 1,5 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket.

Gelungen scheint auch die integrative Arbeit der 13 pädagogischen Mitarbeiter: „14 verschiedene Sprachen werden von den Kindern gesprochen“, erzählte Elternvertreterin Finca Gnida. Trotzdem entstehe eine funktionierende „Gemeinschaft der Unterschiedlichkeiten“.

Auch Oberbürgermeister Boris Pistorius war angetan von der Kita, besonders in diesem Teil Osnabrücks: „Wenn es einen Stadtteil gibt, der Integration kennt, dann der Schinkel.“


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