Toleranz als Kernaspekt Ausstellung „Gesichter des Christentums“ in Osnabrück

Toleranz und Frieden sind wesentliche Elemente der Ausstellung (v.links): Johannes Wübbe und Ralf Meister. Foto: Egmont SeilerToleranz und Frieden sind wesentliche Elemente der Ausstellung (v.links): Johannes Wübbe und Ralf Meister. Foto: Egmont Seiler

Osnabrück Es geht um die Einheit der Christen in Niedersachsen, so Gunnar Spellmeyer. Im Auftrag der evangelisch lutherischen Landeskirche Hannover und der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Niedersachsen hat er zu diesem Thema die Wanderausstellung „Gesichter des Christentums“ gestaltet.

Die Ausstellung zeigt die Vielfalt christlichen Lebens, da passt es gut, dass ein evangelisches Projekt im katholischen Forum am Dom eröffnet werden kann. „Toll, dass sie hier ist“, freut sich der Osnabrücker Superintendent Friedemann Pannen und betont einen Kerngedanken der Ausstellung: „Toleranz wächst aus Verstehen und Begegnung.“

Landesbischof Ralf Meister, Schirmherr der Ausstellung, ergänzt: „Im Anderen nicht den Fremden zu sehen, ist ein wichtiger Schritt für den Frieden.“ Unterschiede im Glauben gingen eben tiefer als auf den ersten Blick zu erkennen, etwa am Prunk orthodoxer Kirchen oder an einem fünfstündigen Gottesdienst voller Fröhlichkeit in Ghana. Pastor Günter Baum vom Kooperationspartner ACK meint angesichts der ökumenischen Fortschritte dennoch: „Wir nähern uns der Normalität einer Weltchristenheit.“

Von katholischer Seite stimmt der „neue“ Weihbischof Johannes Wübbe zu. Man könne sich von der Ausstellung anregen lassen, das eigene Christsein zu prüfen. Außerdem könne sie helfen, das Schubladendenken zu überwinden und aufeinander zuzugehen, ergänzt er in Anspielung auf die Umsetzung des Konzepts. Denn porträtiert werden Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft, die in Niedersächsischen Gemeinden eine Heimat gefunden haben. Unter jedem Porträt steht eine Kommode, deren Schubladen persönliche Gegenstände enthalten. Außerdem kann man auf Knopfdruck das „Vaterunser“ in der jeweiligen Muttersprache hören. „Der Blick in die Gesichter offenbart Vieles“, so Designer Gunnar Spellmeyer, selbst gebürtiger Osnabrücker und Mitglied der evangelisch reformierten Kirche. Zur Ergänzung bedürfe es aber weiterer Elemente. Daher sind zu jeder Person der Taufspruch und einige Zitate zu lesen.

Pastor Stephen Essah von der Christian Church Outreach Mission gehört selbst zu den Porträtierten. Er erzählt, wie die Gestalter in seine Wohnung kamen, sein Schlafzimmer und Büro untersuchten und ihm viele Fragen stellten. Seine Gemeinde hat eine Heimat in der Voxtruper Lukaskirche gefunden, dafür dankte er der Kirche. Eine Besonderheit der Ausstellung wird sein, dass in jeder Stadt ein Porträt hinzu kommt, in Osnabrück war das Stephen Essah.

Die Ausstellung „Gesichter des Christentums“ ist im Forum am Dom noch bis zum 17. Oktober zu sehen.


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