Mehr als 20 Chören in Osnabrück Norddeutsches Gospelchortreffen in Osnabrück

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Osnabrück. Über 600 Teilnehmer kamen zum achten Norddeutschen Gospelchortreffen. Erleben konnte man das am Samstag bei der Gospelnight, dem Höhepunkt des Treffens.

Über 20 Chöre präsentierten sich zunächst einzeln, um schließlich in einem großen „Masschoir“ unter der Leitung von Micha Keding gemeinsam aufzutreten. Bereits zuvor waren alle Facetten der Gospelmusik zu erleben, über dreieinhalb Stunden dauerte das Programm.

Kai Lünnemanns „Voices of Worship“ eröffnen mit rockigen Klängen, von einer Band kräftig unterstützt. Hier stehen vor allem mehrere beeindruckende Solostimmen im Vordergrund. Wie dieser Chor stammen auch die „Jacobs Gospel Singers“ aus Osnabrück, einer der ältesten und größten Chöre des Festivals. Mit „Ride the Chariot“ wagt sich der Chor aus dem Schinkel an eine der wenigen völlig unbegleiteten Nummern des Abends.

Osnabrück und das Umland sind durch einige weitere Chöre vertreten, besonders gut kommt beim Publikum der Auftritt von „Good News“ aus Georgsmarienhütte an. Kein Wunder: Ein recht pfiffiges und anspruchsvolles, ebenfalls unbegleitetes Arrangement von „Down By The Riverside“ und das mitreißende Traditional „Erile“ stehen auf dem Programm, und erstmals ist das Publikum hier auf den Füßen.

Besonderen Jubel für ihr temperamentvolles Solo in „Oh Happy Day“ erntet eine Sopranistin des Chores „Gospel Unlimited“ aus Bielefeld. Neben all den Chören präsentiert auch die Gruppe Life Resource aus Vilsen ihr Können: Fünf Mädchen, die jüngsten Teilnehmerinnen der Gospelnight, singen Michael Jacksons „Earth Song“ .

Eine Ausnahme ist auch der Auftritt der „Glad(e)makers“ aus Bremerhaven: Mit „Mögen Wolken dich wiegen“ singen sie den einzigen deutschen Titel des Abends und den einzigen im Dreier-Takt, der zudem auch noch als einziger choreografiert ist. Relativ wenige ruhige Titel sind bei der Gospelnight zu hören, dennoch kommt etwa „May The Lord Bless You“, mit klassischeren Soli gesungen vom „Epiphanias Gospelchor Hannover“, besonders gut an. Für die angemeldeten Chöre ist das Programm des Treffens noch umfangreicher: Die Teilnehmer haben die Gelegenheit, an verschiedenen Workshops teilzunehmen.

Besonders schwungvoll geht es im Workshop von Miriam Schäfer zu. „Gospels mit Jugendlichen und Kids“ stehen bei ihr auf dem Programm, und zunächst zeigt sie ihren Teilnehmern, wie man mit flotten Spielen eine Gruppe in Fahrt bekommt. Man sieht sofort, wie gut das funktioniert, wenn man etwa Body-Percussion oder Call-and-Response-Spiele anwendet. Ausgerechnet jugendliche Teilnehmer sind allerdings eher mäßig engagiert dabei.

Bei Vivian Glade heißt es: „Impro-Gospel“. Während sie am Klavier sitzt, entwickelt die Gruppe Variationen des Satzes „Das Leben ist schön, weil es regnet.“ Was kann man damit anstellen? Die Vorschläge werden ausprobiert und an der Tafel festgehalten.

Im Workshop Gospel und Bewegung von Christina Hindersmann wird zunächst der Song „Battlefield“ gelernt. Das dauert seine Zeit, bis jede Stimme sicher sitzt. Die Choreografie kommt erst ganz zum Schluss ins Spiel. Aus der Schlossaula dringen sanfte Klänge, hier hält Kai Lünnemann seinen Workshop „Romantische Gospels“. Mit etwas Mühe arbeitet auch er mit seiner Gruppe an dem Song „Love of my Life“. „Ich habe ja gesagt: Es ist ein bisschen Arbeit, aber sie lohnt sich“, meint er. „Aus Reibungen entsteht was Tolles, auch wenn man zunächst unsicher ist, ob man richtig singt.“


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