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Bewaffnete Räuber wirkten sehr nervös

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Osnabrück (d).
Wertvollen Schmuck und hochwertige Uhren, jedes Stück mehrere Tausend Mark wert, raubten gestern drei Unbekannte bei einem Überfall auf den Juwelier Gudemann, Krahnstraße 36. Trotz der sofort eingeleiteten Fahndung, auch per Hubschrauber aus der Luft unterstützt, fehlt von den Bewaffneten jede Spur. Über die Höhe der Beute gab es gestern noch keine Angaben.

Die Täter hatten das Objekt ihrer Begierde, den Juwelier eingangs der Theaterpassage, schon eine Weile beobachtet. Wie die Rekonstruktion der Tat durch die Polizei ergab, waren sie in einem weißen Nissan Vanette mit belgischem Kennzeichen in die Krahnstraße gefahren und hatten den Kastenwagen vor dem Geschäft geparkt. Sie beobachteten, wie die beiden 43 und 53 Jahre alten Angestellten das Geschäft aufschlossen, kurz darauf betrat eine Kundin die Räume.

In diesem Augenblick, es war 10.10 Uhr, stürmte der erste Räuber das Juweliergeschäft. Die Angestellten waren gerade dabei, wertvolle Schmuckstücke in den Schaufenstern auszulegen. Der Täter bedrohte die drei Personen mit einer Pistole. Sie mussten sich auf den Boden legen. "Dann nahm der Räuber nacheinander die bereitgestellten Schmucktabletts und kippte sie in eine Tasche", berichtete die Mitarbeiterin später. Ein Komplize half ihm dabei, die Beute in der von ihnen mitgebrachten Sporttasche zu verstauen.

In diesem brenzligen Moment öffnete, nicht ahnend, was sich dahinter tut, ein 24-jähriger Postbote die Eingangstür. Mit einem Blick erkannte er die Situation und wollte sofort den Rückzug antreten, um Hilfe zu holen. Das verhinderte der dritte Täter, der jetzt in das Geschehen eingriff. Er drängte den Postboten in das Geschäft und befahl auch ihm, sich auf den Boden zu legen.

Drei Minuten dauerte der Spuk – dann rannten die Juwelenräuber aus dem Geschäft. Sie ließen allerdings den Nissan-Kastenwagen vor dem Geschäft stehen und stiegen stattdessen in einen silbergrauen Ford Focus Kombi, ebenfalls mit belgischem Kennzeichen, der in der Hakenstraße vor der Gaststätte Spökenkieker abgestellt war. Während sie davon brausten, lösten die Mitarbeiter des Juweliergeschäfts Alarm aus, die Großfahndung der Polizei setzte ein. Der Ford wurde eine dreiviertel Stunde später auf der anderen Seite des Nikolaizentrums in der Hakenstraße entdeckt, von den Tätern fehlt jede Spur.

Das Juweliergeschäft Gudemann war bereits vor einigen Jahren Objekt einer spektakulären Tat: Im April 1995 hatten Einbrecher in den frühen Morgenstunden die Eingangstür aufgesprengt, ihre Beute aber auf der Flucht vor der Polizei verloren. Wieviel Beute die Täter gestern machten, steht noch nicht fest. "Wir haben noch nicht einmal eine Liste für die Polizei fertig", so eine Angestellte. Ob zur Aufklärung der Tat vom Inhaber oder der Versicherung eine Belohnung ausgesetzt wird, ist noch unklar. Juwelier Egon Geerkens war gestern nicht zu erreichen: Er war im spanischen Marbella und flog nach Bekanntwerden des Überfalls sofort Richtung Osnabrück.

Eine Beschreibung der Täter gibt es noch nicht: "Die Angaben der Zeugen, die teilweise unter Schock standen, sind zu unterschiedlich", so die Polizei gestern am späten Nachmittag. Sicher scheint nur zu sein, dass ein Mann dunkelhäutiger war als seine Komplizen. Zumindest eines der beiden Täterfahrzeuge wurde gestohlen, fand die Polizei heraus. Die Polizei sucht weitere Zeugen der Tat und interessiert sich vor allem für den Fluchtweg der Räuber. Wann wurde der zweite Fluchtwagen, der Ford Focus Kombi, in der Hakenstraße abgestellt? Sind die Täter in ein anderes Auto umgestiegen? Hinweise nimmt die Polizei unter Tel. 327-321, 327-323 oder 327-216 entgegen.


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