zuletzt aktualisiert vor

Zweiter Tag der sozialen Dienste in der Straffälligenarbeit In Konfliktsituationen schnelle Lösungen finden

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Im Workshop zu Deeskalationsstrategien in konfliktträchtigen Situationen setzten sich die Teilnehmer in einer lebendigen Übung mit Alternativen auseinander. Foto: Burkhard TeschnerIm Workshop zu Deeskalationsstrategien in konfliktträchtigen Situationen setzten sich die Teilnehmer in einer lebendigen Übung mit Alternativen auseinander. Foto: Burkhard Teschner

Osnabrück. Vernetzung wird in Osnabrück großgeschrieben: Mehr als 100 Praktiker aus Einrichtungen, die an der Integration ehemals Straffälliger beteiligt sind, trafen sich zu einem Fachtag in der Lagerhalle.

Die Verbesserung der Resozialisierung und der Zusammenarbeit sind wichtige Ziele, dafür benötigen sie fachlichen Austausch, Reflexion und Weiterbildung. Ein so großes Forum ist über die Landesgrenzen hinaus beispielhaft.

Eine gut „vernetzte“ Person hat ein Geflecht von Beziehungen zu anderen, zum Beispiel in verschiedenen Organisationen, die ihr unter anderem helfen, rasch an Informationen oder Hilfe zu kommen. Je dichter dieses Netz verwoben ist, desto mehr profitieren davon, im Falle der Straffälligenarbeit auch die Gesellschaft.

„Morgen sind sie wieder unsere Nachbarn“ – dieses Thema ist für viele Menschen bei Strafentlassenen angstbesetzt. Viel wird über Straftaten und ihre Rechtsfolgen gesprochen. Die Arbeit mit den Tätern im Vollzug, bei der Entlassungsvorbereitung und bei der Wiedereingliederung findet meist ohne Öffentlichkeit statt, hieß es bei der Tagung. Die Qualität der Entlassungsvorbereitung und der Nachbetreuung sei von besonderer Bedeutung, weil sie ganz wesentlich dazu beitrage, den Rückfall zu verhindern.

Prof. Dr. Wilfried Hellmann von der Hochschule Osnabrück bedauerte in seinem Vortrag, dass ökonomische Zwänge zunehmend das sozialarbeiterische Handeln bestimmen. Dieses habe zu Veränderungen im Berufsfeld geführt: Die Orientierung an Kennziffern und Fallzahlen stehe zusehends im Vordergrund, die Bedürfnisse der Klienten dürften aber nicht übersehen werden.

Wichtige gesellschaftliche Fragen bestimmen auch das Interesse der Praktiker an den insgesamt sechs Workshops: Psychische Störungen, Gewaltprobleme und die medizinische Rehabilitation für Suchtkranke fanden eine besonders starke Resonanz.

Burkhard Teschner, Sprecher des Arbeitskreises Vernetzung, resümierte: „Das Feedback der Teilnehmer ermuntert uns. Wir werden die Veranstaltungsreihe in Osnabrück fortsetzen.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN