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Großer Auftritt mit Gameboy-Klängen Performance von Max Hattler ist Samstagnacht ein Highlight der „EMAF Night“


Osnabrück. Ein Präsent an die Osnabrücker zum 25. Medienfestival: Heute kann man ab 17 Uhr für 10 Euro alle Angebote des EMAF besuchen – und an der „EMAF-Night“ teilnehmen: Spezielle Film- und Videoprogramme, Performances und die Party „Feierabend“ sollen nicht nur das typische Festivalpublikum, sondern auch Schnuppervolk anlocken. Höhepunkt der Nacht wird die Performance „Hattler-ize/Vesper-On“ um 23.30 Uhr in der Lagerhalle.

Auf der Leinwand zerlegt sich ein buntes Band in seine Einzelteile, die Splitter formieren sich zu einem kaleidoskopartigen Muster, wandern umher, um von einem grellen Blitz zerschossen zu werden. Dazu ertönen elektronische Klänge, die bei manchem Erinnerungen an die Jugend wecken, in der man sich am Game Boy die Zeit vertrieb. „Der Klangkünstler Vesper On arbeitet tatsächlich mit einem Game Boy“, erklärt Medienkünstler Max Hattler, der für die Performance „Hattler-ize/Vesper-On“ verantwortlich zeichnet. Mithilfe der Software „Hattlerizer“, die ihm ein Entwickler auf den Leib programmiert hat, entwirft Hattler live abstrakte Animationen, die, auf eine Leinwand gebeamt, auf die Sounds des spanischen Audiotüftlers treffen. „Im Idealfall entsteht ein intensiver Dialog zwischen Bild und Ton“, erklärt der in London lebende Hattler. Dafür sind verschiedene Faktoren notwendig. So sitzt er gern mit dem Gesicht zur Leinwand, um genau mitzubekommen, wie die Bilder, die er gerade herstellt, nicht auf dem Monitor, sondern dort wirken, wo sie auch das Publikum zu sehen bekommt. Weil er den Zuschauern nicht den Rücken zuwenden will, muss er heute Abend in der Lagerhalle einen Zwischenweg finden.

Für Vesper On als Klang-partner hat er sich entschieden, weil Game-Boy-Sounds leichter zu verdauen sind, als beispielsweise die experimentellen Klänge von Mehmet Can Özer, mit dem er auch häufig zusammenarbeitet. „Die EMAF-Veranstalter meinten, es sei eine Party für ein breiteres Publikum“, erklärt Hattler, der sich sonst in der Avantgarde gut aufgehoben fühlt. So hat er schon für den amerikanischen DJ Diplo und das britische House-Duo Basement Jaxx Live-Visuals entwickelt. Er schreckt aber auch nicht davor zurück, eher kommerzielle Aufträge für Popsänger wie den Italiener Jovanotti zu übernehmen. Oder aber für seinen Vater Bildmaterial zu kreieren, den Bassisten Hellmut Hattler. Der wurde mit der Band Kraan bekannt, ist aber auch mit der Verquickung von elektronischen und herkömmlich entstehenden Klängen bei seinem Projekt Tab Two erfolgreich. Auf die Frage, ob es für seinen Job hilfreich sei, einen durchaus prominenten Musiker als Vater zu haben, erklärt Max Hattler: „In den Bereichen, in denen ich tätig bin, spielt das keine Rolle, denn da kennt kaum jemand meinen Vater.“

Vor „Hattler-ize/Vesper-On“ werden Emmanuel Lefrant und Stefano Canapa im Haus der Jugend ihre Performance „Petrolio“ zeigen, die mithilfe von speziellen Labortechniken und Projektormanipulationen Filmmaterial verfremden. Am selben Ort präsentiert dann auch die Medienkünstlerin Tina Tonagel ihre Improvisation „Himalaya Variationen“, erzeugt mit zwei Overheadprojektoren und diversen elektronischen Klangerzeugern. Nach Mitternacht startet dann die „EMAF-Party“ in der Lagerhalle mit den DJ James Pants und Felix Kubin sowie dem hier allseits bekannten Mario Schoo.

EMAF Night: diverse Locations (Kunsthalle Dominikanerkirche, Zimmertheater, Filmtheater Hasetor, Haus der Jugend, Lagerhalle). Ab 17 Uhr, Eintritt 10 Euro.


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