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Ben Heuer aus Osnabrück belegt den zweiten Platz bei „Jugend forscht“ – 16-Jähriger erneut erfolgreich Tanz der Moleküle

Von Natascha Kanke

Erfolgreicher Forscher: Ben Heuer aus Bad Iburg hat jetzt zum zweiten Mal in Folge den zweiten Platz beim Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ im Bereich Mathematik gewonnen. Foto: Jugend forschtErfolgreicher Forscher: Ben Heuer aus Bad Iburg hat jetzt zum zweiten Mal in Folge den zweiten Platz beim Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ im Bereich Mathematik gewonnen. Foto: Jugend forscht

Essen/Osnabrück. Erst 16 Jahre alt und schon so erfolgreich: Bereits zum zweiten Mal hat Ben Heuer aus Bad Iburg beim Bundesfinale des Wettbewerbs „Jugend forscht“ in Essen den zweiten Platz in der Kategorie Mathematik/Informatik belegt und zudem noch zwei Sonderpreise gewonnen. Dafür kassierte er nicht nur Ruhm und Ehre, sondern auch 2750 Euro Preisgeld.

Der Schüler, der das Gymnasium Carolinum in Osnabrück besucht, beschäftigte sich in seinem Projekt mit der dreidimensionalen Darstellung von Molekülen, den sogenannten Chelatkomplexen, mithilfe eines von ihm geschriebenen Computerprogramms.

Im Vorfeld des viertägigen Bundesfinales in Essen war Ben Heuer kaum nervös. Allein das Bundesfinale erreicht zu haben sei für ihn ein Erfolg gewesen, wenngleich er natürlich nicht „komplett untergehen wollte“. Erst als die Fachjury zur Bewertung des Projekts ihn an seinem Stand in ein Fachgespräch verwickelte, sei die Anspannung doch schon ein wenig gestiegen.

„Da wurden mir schon richtig kritische Fragen gestellt“, erklärt Ben. Die Teilnehmer mussten im Vorfeld des Wettbewerbes eine Projektarbeit abgeben und dann während der vier Tage in Essen ihre entwickelten Ideen mithilfe eines Projektstandes und Plakaten präsentieren. Aufgrund dieser Kriterien ermittelte die Jury dann die Sieger in sieben Kategorien (Mathematik/Informatik, Chemie/Biologie, Physik, Technik, Geo- und Raumwissenschaften sowie Arbeitswelt). Das Jurygespräch sei zwar nicht schlecht gewesen, trotzdem habe er nicht wirklich daran geglaubt, einen der vorderen Plätze zu belegen, beschreibt der Schüler. „Da war die Überraschung und Freude nur noch größer, als mein zweiter Platz verkündet wurde und ich zusätzlich noch die Sonderpreise erhielt“, freut sich der Nachwuchsforscher. Die Sonderpreise führen den Schüler Ende Juni nach Lindau zu einer Tagung der Nobelpreisträger, und Mitte Oktober geht es dann für ihn nach München, wo er bei einer großen Preisverleihung dabei sein darf. „Darauf bin ich schon extrem gespannt“, so der 16-Jährige aufgeregt.

Ein buntes Rahmenprogramm hat bereits während des Bundeswettbewerbs für Abwechslung gesorgt. Die Kinder und Jugendlichen im Alter von 11 bis 22 Jahren hatten unter anderem in einem Loungebereich die Möglichkeit, sich beim Computerspielen oder einem Plausch mit Kollegen zu entspannen. Unter den Teilnehmern habe ein sehr freundschaftlicher Umgang geherrscht, verrät der Preisträger. Er selbst glaubt, „dass einige Bekanntschaften gerade mit Jugendlichen aus dem Bereich Mathematik und Informatik noch länger Bestand haben werden“. Für ihn sei der Austausch über die Projekte mit den „Konkurrenten“ und den fachkundigen Besuchern ein toller Nebenaspekt gewesen. „Das gibt mir Motivation und Inspiration für die Arbeit an weiteren Projekten.“ In nächster Zeit will er sich noch tiefer gehend mit seinem Thema beschäftigen. „Man ist ja immer erst fertig mit so einem Projekt, wenn man etwas bewiesen hat“, erklärt Ben.

In Berührung mit den Molekülkomplexen ist er in der Schule gekommen – aber auch schon vorher lag sein Interesse in diesem Bereich. Die intensive Beschäftigung mit dem Thema begann bereits nach dem Bundeswettbewerb im vergangenen Jahr, bei dem er und ein Freund ebenfalls den zweiten Platz belegten. Durch diesen Freund kam er auch an das Programmieren am Computer. „Am Anfang war das wie ein Baukasten, an dessen Ende etwas Schönes zu sehen war“, beschreibt er die Faszination der Grafikprogrammierung. Später seien die Programmierungen immer komplexer geworden.

Unterstützung der Eltern

Nachdem er in der Schule festgestellt hatte, dass manche Molekülkomplexe mit dem alten Programm nicht immer ideal dargestellt werden können, war die Idee des Projekts geboren. Fachkundige Unterstützung erhielt er von seinem Mathematiklehrer Dr. Ansgar Striethorst, der auch die „Jugend forscht“- AG des Carolinums leitet. Außerdem bekam er moralische Unterstützung von seinen Eltern. „Dafür bin ich ihnen sehr dankbar.“

Die Hilfe eines Mathematiklehrers sei besonders wichtig gewesen, da das Programmieren sehr viel mathematische Elemente beinhaltet habe, obwohl das Thema eigentlich in den Bereich Chemie falle. Das war auch der ausschlaggebende Punkt für die Jury, Ben den zweiten Platz zu geben. „Beim Juryfeedback wurde mir erklärt, dass gerade meine mathematische Herangehensweise an ein chemisches Thema der Grund für meine gute Platzierung gewesen sei“, erklärt der 16-Jährige.

Mit seinem Preisgeld möchte er die angefallenen Kosten im Vorfeld des Wettbewerbes begleichen: zum Beispiel für die Plakate am Präsentationsstand. Andere Teile des Geldes möchte er in weitere Forschungsprojekte stecken und in ein späteres Studium. „Ich würde gerne in den Bereich der Chemie oder Mathematik gehen und dann vielleicht in die Forschung“, beschreibt Ben seine Wünsche für die Zukunft. Auf jeden Fall wolle er nicht nur mit dem Computer arbeiten, auch, wenn dieser schon ein gutes Hilfsmittel sei.

Was er mit seinem neu entwickelten Programm machen will, weiß er noch nicht genau. Er würde es der Schule zur Verfügung stellen, allerdings sei das Thema der Chelatkomplexe gerade aus dem Lehrplan gestrichen worden. „Aber wer Interesse an dem Programm hat, kann sich gerne melden“, sagt er schmunzelnd.