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Wellenkamm des Lebens „Mavericks – Lebe Deinen Traum“: Sportlerfilm mit überraschend viel Tiefgang

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<em>Romanze mit dem Surfer-Idol:</em> Leven Rambin als Kim und Jonny Weston als Jay. Foto: SenatorRomanze mit dem Surfer-Idol: Leven Rambin als Kim und Jonny Weston als Jay. Foto: Senator

Osnabrück. Der früh verstorbene Jay Moriarity ist eine Surfer-Legende, deren Bekanntheitsgrad es auch über Insider-Kreise hinaus geschafft hat. In „Mavericks“ hat Regisseur Curtis Hanson mit etwas Hilfe von Michael Apted dem Sportler ein filmisches Denkmal gesetzt, das sich auf die Zeit vor Moriaritys Durchbruch in der Surfer-Szene konzentriert.

Jay Moriarity wurde nur 22 Jahre alt. Er starb einen Tag vor seinem 23. Geburtstag am 15. Juni 2001 beim Apnoetauchen vor den Malediven. Zuvor ist es ihm in kürzester Zeit gelungen, zu einer Ikone in der Surfer-Szene aufzusteigen. Legendär wurde vor allem sein Wellenritt auf brandgefährlichen Mavericks – meterhohen Monsterwellen. Im Alter von gerade einmal 16 Jahren wurde sein abenteuerlicher Auftritt vor der Küste von Santa Cruz abgelichtet – und landete postwendend auf dem Cover des „Surfer“-Magazins.

Die filmische Biografie ist keine der üblichen Sportler-Erfolgsgeschichten à la Hollywood, in denen Filmemacher immer wieder das Märchen von Willen und Ausdauer kolportieren. Schließlich hatte Moriarity, obwohl er zahlreiche Preise gewonnen hat, kein besonders großes Interesse an Wettkämpfen. Seine eigentlichen Gegner, das wird im Film deutlich, sind die Natur, die es zu erkunden und bezwingen gilt, und er selbst.

Drehbuchautor Karim Salem konzentriert sich auf zwei einschneidende Lebensphasen Moriaritys. Zunächst zeigt er ihn als achtjährigen Jungen, der von seinem Nachbarn Frosty (Gerard Butler) aus brenzliger Lage gerettet wird und der fortan diesem neuen Idol, einem bekannten Surfer, nachzueifern versucht. Danach setzt die eigentliche Geschichte ein, in der das nicht immer spannungsfreie Verhältnis zwischen Moriarity (Jonny Weston) und Frosty mit Moriaritys Anstrengungen, die legendäre Welle bezwingen zu wollen, korrespondiert.

Regisseur und Oscar-Preisträger Curtis Hanson („L.A. Confidential“), der die letzten drei Wochen der Dreharbeiten aus gesundheitlichen Gründen an seinen Kollegen Michael Apted abtreten musste, präsentiert den biografischen Lebensabschnitt des Surfers als eine Mischung aus Sportlerdrama und Familienfilm – in der Frostys Familie mit Frau und Kindern für Moriarity auch zur Ersatzfamilie wird. Es kommt natürlich zu Spannungen bis hin zu einem geradezu tragischen Ereignis, das alles infrage stellt. Aber am Ende kommt der große Moment der hohen Wellen. Ausgerechnet an diesem Tag, auf den Moriarity knochenhart hingearbeitet hat und für den er dann bereit ist, unter Lebensgefahr seine Grenzen auszuloten, gibt Frosty ihm seinen wichtigsten Ratschlag: „Das alles ist nicht wichtig.“ Aber wofür hat der Junge sich so abgerackert?

Die Dreharbeiten waren nicht ungefährlich. Das zeigen bedrohlich wirkende Bilder von meterhohen Wellenbergen und tosenden Naturgewalten. Für eine Szene hätte Frauenschwarm Butler beinahe mit dem Leben bezahlt. Nicht mehr zu retten sind hingegen ein halbes Dutzend Kameras. Sie schluckte das Meer.

Auch wenn der Film am Ende ein wenig pathetisch wirkt, so steckt in ihm unterm Strich trotz der üblichen Filmzutaten aus Herz und Schmerz doch eine sehenswerte und ungewöhnliche Mischung aus Biopic und Sportlerdrama.

„Mavericks – Lebe Deinen Traum“. USA 2012. R:: Michael Apted, Curtis Hanson. D: Jonny Weston, Gerard Butler, Leven Rambin, Taylor Handley. 116 Minuten. Ab 6 Jahren. Filmpassage. Hier geht‘s zum Trailer .


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