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Eröffnung mit „Cold Fish“ im Kino in der Lagerhalle Japanisches Filmfest Osnabrück

Von Vera Geisler

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Nichts für schwache Gemüter: Heute eröffnet das Filmfest mit dem verstörenden Film „Cold Fish“. Foto: Rapid Eye MoviesNichts für schwache Gemüter: Heute eröffnet das Filmfest mit dem verstörenden Film „Cold Fish“. Foto: Rapid Eye Movies

Osnabrück. Das 8. Festival des neuen japanischen Films findet in einem für Japan überaus bedeutsamen Jahr statt.

Nach der Dreifachkatastrophe vom März setzten sich im Juli die japanischen Fußballfrauen die Krone des Weltmeistertitels auf. In Berlin und in Tokyo wurde im Herbst mit zahlreichen Veranstaltungen das Bestehen der 150-jährigen deutsch-japanischen Freundschaft begangen. Und nun, im November, folgt in Osnabrück das 8. Festival mit seinem deutlich erweiterten Film- und Rahmenprogramm, mit drei deutschen und zwei europäischen Premieren.

Endete das letzte Festival vor zwei Jahren mit „Love Exposure“ von Shion Sono im Kino in der Lagerhalle, so schließt sich nun der Kreis. Denn genau dort wird es heute mit dem zweiten Teil seiner Love-Hate-Trilogie „Cold Fish“ eröffnet. Die auf 18 Jahre festgesetzte Altersfreigabe ist unbedingt ernst zu nehmen. Zarter besaitete Personen könnten Schaden nehmen. Basierend auf wahren Vorkommnissen, fasziniert dieses zwischen Wahn und Gewalt positionierte verstörende Werk.

Beginnt das Festival mit einem drastischen Beitrag zum Heute, so wird es am Sonntag mit einem Blick in die Vergangenheit beendet: „13 Assassins“ ist das bildgewaltige Remake des 1963 gedrehten Klassikers von Eiichi Kudo mit der exakt gleichen Laufzeit wie das Original.

Zwischen den Polen Gegenwart und Vergangenheit haben die Festival-Macher Cristina Szász, Sven Spöde, Jonas Kückelmann, Olaf Perrey und Gunnar Kählke in einem immensen ehrenamtlichen Kraftakt ein bewundernswert vielfältiges und verlockendes Angebot zusammengestellt.

Außer dem Film-Frühstück, dem KalligrafieWorkshop und der Sushi-Bar gibt es erstmals einen Sushi-Kurs, in dem man lernen kann, wie man Klebreis kocht und die verschiedenen Zutaten mit Seetang schön rollen kann. Diese Kurse leitet Uni-Dozentin Yuka Ojima, die seit 2005 in Osnabrück lebt.

Der Manga-Workshop mit Lea Nagano führt an die Anatomie der Chibi-Figuren und die Emotionsdarstellung im Manga generell heran. Das Mitglied im Manga-Club der DJG Berlin ist bilingual in Deutschland und Japan aufgewachsen. Derzeit studiert Lea Nagano Motion-Design an der Berliner Technischen Kunsthochschule. Von ihr stammen auch die Fotos der Ausstellung „pulsetokyo“.

Zeigt diese die Einzigartigkeit des Pulses dieser Stadt, so wendet sich am Samstag Johannes Eidt mit seinem Vortrag dem Japan nach der Katastrophe vom 11. März zu. Nach seinem Lagebericht wird mit „Das Gesicht des Jizo“ ein Film vorgeführt, der vom Leid der Überlebenden nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki erzählt.

Von einem ganz anderen, da individuellen Drama erzählt „Geständnisse“: vom perfiden Rachefeldzug einer trauernden und gedemütigten Lehrerin. (Vorführungen: Freitag, 4. 11., im Cinema-Arthouse/Sonntag, 6. 11., im Haus der Jugend).

Aber auch für das körperliche Wohlbefinden der Festival-Besucher ist bestens gesorgt: Von Freitag bis Sonntag wird zwischen den Filmen zeremoniell zubereiteter Tee von Teemeisterin Jingyuan Ge angeboten.

Und wie könnte eine Freundschaft besser gefestigt werden als mit gemeinsamer Nahrungsaufnahme, sei sie materieller, sei sie geistiger Natur? So jedenfalls wird es traditionell am letzten Festivaltag beim beliebten Film-Frühstück passieren – das inzwischen ein Klassiker ist. Also muss eigentlich nur noch darauf hingewiesen werden, dass die Kombination von japanischem Film („Sad Vacation“) mit deutschem Frühstück ab 10.30 Uhr wie gewöhnlich im Haus der Jugend stattfinden wird.

Eröffnung: heute, 20 Uhr, Lagerhalle, mit dem Film „Cold Fish“. Veranstalter des Festivals: SoziokulturellerDialog e.V.


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