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Nippon-Kino zum Frühstück

Von Vera Geisler

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Osnabrück. Leuchtende Farben und lakonischer Humor, skurrile Menschen und atemberaubende Landschaften: Eigentlich nur aus Japan können Filme mit diesen Attributen kommen.

Surreales, Tragisches und Komisches aus dem Reich der aufgehenden Sonne präsentiert alle zwei Jahre das Festival des neuen japanischen Films. Für alle, die das Festival schmerzlich vermissen, findet im Jahr zwischen den Festivals ein Film-Frühstück im Haus der Jugend statt. Es ist ein unverzichtbarer Höhepunkt, bei dem neben Kaffee und Brötchen, Rührei und Schinken ein atmosphärisch packender Film serviert wird. In diesem Jahr ist die Nahrungsaufnahme beim Film wirklich wichtig, denn in „Megane/Brillen“ wird – so viel sei verraten – fortwährend gefuttert.

Geschäftsfrau Taeko macht Urlaub. Es ist Nebensaison, und sie ist eine der wenigen Touristinnen auf einer kleinen Insel bei Okinawa. Im Gasthaus „Hamada“ scheint sie sogar die einzige Reisende zu sein. Doch immer wieder tauchen andere Frauen auf, so Sakura und die Schülerin Haruna. Mit ihnen frühstückt Taeko und geht ansonsten süßem Nichtstun nach. Zwar sucht die Urlauberin andernorts etwas Abwechslung, aber auch dort geht es geruhsam zu.

Regisseurin Ogigami Naoko erzählt eine subtile und zugleich schöne Geschichte, in der oberflächlich betrachtet wenig bis nichts passiert – außer essen, reden und aufs Meer zu schauen. Dabei lässt sie ihre Figuren in einer Art Dämmerlicht verharren, sie hält deren Leben vage und verweigert zentrale Aussagen wie etwa den Grund dafür, warum Taeko so lange Urlaub machen kann.

Japanisches Filmfrühstück: „Megane/Brillen“. J 2007. R: Ogigami Naoko. 106 Min. OmU; Eintritt: 15 Euro, erm. 11 Euro, inklusive Speisen und Getränke. Kontakt: japanfilm@osnanet.de oder unter 0541/ 431829; Sonntag, Haus der Jugend, Einlass 10.30 Uhr, Filmstart 11 Uhr.


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