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Betrieb kündigt fünf Mitarbeitern Jetzt endgültig: Gartencenter sonntags zu - Erlass des Landes Niedersachsen in Osnabrück umgesetzt

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Endgültig: Gartencenter dürfen sonntags nicht mehr öffnen. Foto: DornEndgültig: Gartencenter dürfen sonntags nicht mehr öffnen. Foto: Dorn

Osnabrück. Am 5. Juni hatte das Gartencenter Münsterland in Osnabrück zum letzten Mal an einem Sonntag geöffnet. Von nun an muss es sonntags geschlossen bleiben, dasselbe gilt für die Gartencenter Pottblume und Blumen Risse. Das Öffnungsverbot geht auf einen Erlass der Landesregierung zurück, in dem das Ladenöffnungsgesetz neu ausgelegt wird. Wie alle anderen Städte in Niedersachsen muss Osnabrück diesen Erlass nun umsetzen.

Ende vergangener Woche hatte Münsterland-Inhaber Tillmann Schulze Buschhoff ein entsprechendes Schreiben im Briefkasten, Pottblume und Risse ebenfalls.

Der Erlass besagt, dass Geschäfte mit einer Verkaufsfläche über 800 Quadratmeter sonntags nicht mehr öffnen dürfen – Münsterland in Haste ist etwa 6000 Quadratmeter groß. Und: Gartencenter, die seit Jahrzehnten sonntags für ein paar Stunden geöffnet hatten, dürfen ihre Fläche auch nicht durch Absperrungen verringern, so wie es zuletzt eine Osnabrücker Sonderregelung vorgesehen hatte.

„Wir werden um Personalkürzungen nicht herumkommen“, sagt Dirk Evers, Marktleiter von Blumen Risse. „Zwei Kündigungen sind schon raus, drei weitere Mitarbeiter werden betroffen sein. Das ist staatlich verordneter Arbeitsplatzabbau“, ärgert sich Evers. „Unsere Kunden sind enttäuscht und können das nicht nachvollziehen“, so Schulze Buschhoff. „Die Samstage und Montage werden durch das Verbot nicht gestärkt werden“, betont er. „Sonntags hatten wir eine ganz spezifische Klientel.“ Er zieht in Erwägung, Unterschriftenlisten auszulegen – diesen Weg sind andere Gartencenter in Niedersachsen bereits gegangen. „Der ministerielle Erlass ist ohne Not noch strenger als das Gesetz“, grämt sich Schulze Buschhoff

Zur Erinnerung: Im Ladenöffnungsgesetz steht lediglich, dass Geschäfte, die nach Größe und Sortiment auf Waren des „täglichen Kleinbedarfs“ (unter anderem Blumen) ausgerichtet sind, sonntags für drei Stunden öffnen dürfen. Durch die vage Formulierung befanden sich die Gartencenter jahrelang in einer Grauzone.

„Eigentlich müsste das Gesetz neu formuliert werden“, so Schulze Buschhoff. Statt-dessen kam der Erlass. „Es fällt auf, dass die Regelung so restriktiv ist – und man fragt sich, warum“, sagt Schulze Buschhoff und erinnert daran, dass die Katholische Arbeitnehmer Bewegung (KAB) sich Ende vergangenen Jahres bei der Stadt Osnabrück über die gängige Öffnungspraxis beschwert hatte, was zur Folge hatte, dass die Gartencenter sonntags ihre Fläche mit Flatterbändern begrenzen mussten.


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