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Jugendliche in Kommunalpolitik Osnabrücker Jugendparlament wird gewählt

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<em>Am Freitag kann in der BBS Schölerberg gewählt werden.</em> Franz Gerd-Witte (von links), Ewald Herkenhoff, Moheb Bagwan und Roland Ziegler sind vorbereitet. Foto: Thomas OsterfeldAm Freitag kann in der BBS Schölerberg gewählt werden. Franz Gerd-Witte (von links), Ewald Herkenhoff, Moheb Bagwan und Roland Ziegler sind vorbereitet. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Es wird ernst für die Osnabrücker Jugendlichen, die sich als Kandidaten für das Jugendparlament beworben haben. Am morgigen Freitag, 7. Juni, von 9 bis 14 Uhr und am Samstag, 8. Juni, von 12 bis 18 Uhr können ihre Altersgenossen in einer Wahl darüber entscheiden, wer Abgeordneter wird und wer nicht.

62 Mädchen und Jungen im Alter von 14 bis 18 Jahren wollen einen der 33 Plätze ergattern. „Wir haben alles Menschenmögliche getan“, sagt Wahlleiter Hans-Georg Weisleder zu den Vorbereitungen für das Wahlwochenende. Die Unterlagen sowie die Wahlurne wurden im Laufe der Woche an die 18 Schulen geliefert, die sich als Wahllokal zur Verfügung stellen. Dort können die Jugendlichen am Freitag ihre Stimme abgegeben. Wer das erst am Samstag machen möchte, hat dazu in acht Jugend- und Gemeinschaftszentren die Möglichkeit. „Es ist wirklich alles wie bei einer Wahl. Das war von Anfang an unser Anspruch“, sagt Weisleder. Alle Osnabrücker, die zwischen 14 und 18 Jahre alt sind, können ihre Kreuze setzen.

Nach langjährigen Überlegungen hat sich die Stadt dazu entschlossen, das Jugendparlament einzurichten. Die Abgeordneten werden für zwei Jahre gewählt. Und dürfen sich an kommunalen Entscheidungen zu jugendrelevanten Themen beteiligen. Dem Parlament wird ein Etat von 5000 Euro zur Verfügung gestellt, über den es frei verfügen kann.

Das Jugendparlament ist nicht die einzige Organisation in Osnabrück, in der sich Jugendliche politisch engagieren. Auch im Jugend-Stadtrat üben sie sich in der Kommunalpolitik. Er findet in diesem Jahr zum zweiten Mal statt . Im Vergleich zum Jugendparlament ist der Jugend-Stadtrat ein Kurzzeitprojekt. Von Sonntag, 9. Juni, bis Mittwoch, 12. Juni, tagt er im Haus Sonnenwinkel in Bad Essen. Das Projekt wird von Schülern der Gesamtschule Schinkel organisiert. In fünf Ausschüssen beraten die Teilnehmer, die von verschiedenen Osnabrücker Schulen kommen, über Themen der Kommunalpolitik. Auch Mitglieder des Jugendparlaments haben sich angemeldet.

Der Schul- und Sportausschuss debattiert über verschiedene Schulformen, im Umweltausschuss steht das Thema „Mobilitätsansprüche der Schüler“ auf dem Programm sowie der Klimawandel. Der Jugendhilfeausschuss beschäftigt sich mit Mobbing an Schulen, im Kulturausschuss greifen die Schüler die umstrittenen Pläne für das Gelände am Güterbahnhof auf. Für dieses Jahr haben die Organisatoren Experten und Gastredner angefragt, um die Schüler auf die Themen vorzubereiten. In Sachen Güterbahnhof fragten sie sowohl bei der Kultur Initiative eigenständiges Zentrum am Güterbahnhof (Kiez AG) als auch bei der Freikirche „Lebensquelle“ an. Stefan Berendes vom Institut für Internetpädagogik in Osnabrück wird über Cybermobbing sprechen.

Die ausgearbeiteten Resolutionen legen die Schüler am Donnerstag, 13. Juni, OB-Vertreterin Rita Maria Rzyski und einigen Ratsmitgliedern im Rathaus vor.

Hauptorganisatorin Britta Thiemt findet es „super, dass es mehrere Angebote gibt“ für Jugendliche. Den Jugend-Stadtrat sieht sie als Möglichkeit „Politik auszuprobieren“, „Reden zu halten“ und „andere Meinungen zu akzeptieren“. Finanziert wird das Projekt von der Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung.

Auch im Stadtschülerrat bringen sichdie jüngeren Osnabrücker in politische Entscheidungen ein. Seit etwa fünf Jahren gibt es den Rat, der alle zwei Jahre neu gewählt wird und zwischen 15 und 20 Mitglieder hat, die von verschiedenen Schulen aus dem Stadtgebiet kommen. Diese sitzen in verschiedenen Gremien und Ausschüssen wie beispielsweise dem Sportausschuss und dem Mittagessenausschuss. „Wir haben da volles Stimmrecht“, sagt Tomke Paula Schriever, eine von sechs Vorsitzenden des Stadtschülerrats.

Nach einem Hinweis von einem Schüler, dass kein vegetarisches Mittagessen angeboten wird, bewirkten die Ratsvertreter eine Änderung. Im Zusammenhang mit den Plänen für das Jugendparlament haben sie vorgeschlagen, dass eine Seite im sozialen Netzwerk Facebook eingerichtet werden sollte, was denn auch getan wurde. „Ich finde es gut von der Stadt, dass sie uns miteinbezieht“, sagt Tomke.

In Osnabrück gibt es außerdem den Stadtjugendring, eine Arbeitsgemeinschaft von zurzeit 15 Osnabrücker Jugendverbänden. Mit dabei sind unter anderem kirchliche Gruppierungen sowie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und das Technische Hilfswerk (THW). Von jedem Mitglied arbeiten Jugendliche als Delegierte im Stadtjugendring. „Wir vertreten Mitgliederverbände auf politischer Ebene und gegenüber der Stadtverwaltung und setzten uns für jugendpolitische Themen in der Stadt ein“, sagt Bodo Spangenberg, Vorsitzender des Stadtjugendrings,

Bereits seit den 1950er-Jahren gibt es die Einrichtung, die auch beim Familienbündnis „Zukunft Osnabrück – Familie geht vor“ dabei ist.


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