zuletzt aktualisiert vor

Auch Hallen-GmbH vor dem Aus? Nach Insolvenzantrag und Lizenzentzug: „Retter“ der Ballers Osnabrück nutzen Rechtsmittel

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Osnabrück. Turbulenter Tag im Leben des Osnabrücker Basketballs. Erst stellten nicht ein Busunternehmen und eine Krankenkasse wie vorgesehen den Antrag auf Einleitung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens, sondern Christian Somberg als Geschäftsführer der Ballers GmbH. Dann entzog die 2. Liga dem Verein per sofort die Lizenz, weil die bisherige Geschäftsführung die Auflagen auch nach zwischenzeitlich erneuerter Vorschrift der Liga nicht erfüllte.

Also das sofortige Aus für die Ballers? „Nein“, erklärte Jurist Stefan Felsner, „denn die Entscheidung der Liga ist noch nicht rechtskräftig.“ Im Klartext: Eine Woche haben die Ballers eine Chance auf Widerspruch, den sie einlegen werden. Danach hat die Liga zwei Wochen Zeit sich zu entscheiden, ehe am Ende das Schiedsgericht von den Osnabrückern angerufen werden kann und erst dann die Rechtskraft einsetzt. Also wird am Samstag in Karlsruhe und auch danach erst einmal weitergespielt im Restprogramm der Pro A, deren Saison Ende April ausklingt.

Die Entscheidung des Lizenzentzugs begründete die Liga mit neuerlichen Verstößen von Somberg gegen die Auflagen, weiteren bekannt gewordenen Forderungen gegenüber der Ballers GmbH sowie dem Verdacht der Zahlungsunfähigkeit, weshalb die Liga sich zum sofortigen Handeln veranlasst sah.

Vorausgegangen war der Wettlauf mit der Uhr um den Antrag, einen Verwalter zu bestellen, um eine vorläufige Insolvenz einzuleiten. Somberg kam den angekündigten Firmen zuvor, sodass noch gestern eine Art Bestandsaufnahme per Jurist aus Münster in Osnabrück erfolgte mit dem Ergebnis, dass bei der Ballers GmbH nichts zu holen ist. Auf der anderen Seite können die Spieler, die seit Februar kein Gehalt mehr bekommen haben, nun alsbald Insolvenzgeld erwarten, was maximal drei Monate gezahlt wird, also bis zum Ende der Punktrunde im April.

Damit ist der Spielbetrieb von sportlicher Seite auch laut Trainer Thorsten Leibenath gesichert – naheliegend erst einmal am Samstag in Karlsruhe, wobei dann extern ein Bus bestellt und bezahlt werden muss. Extern, denn die Ballers sind zahlungsunfähig. Eine neu zu gründende GmbH ist noch nicht eingesetzt, um als Geschäftspartner gegenüber einem Busunternehmen oder anderen einzutreten. Entsprechend suchten und fanden Felsner sowie Reinhard Höfelmeyer als engagierte „Retter“ gestern eine externe Lösung, die einem Busunternehmen die von den Ballers nicht mehr gegebene Vertrauensbasis und Zahlungsfähigkeit zusicherte.

Fragt sich, was aus der Betreibergesellschaft der KiKxxl-Arena wird, kurz ESA genannt. Nach Informationen unserer Zeitung steht auch diese GmbH, deren Geschäftsführer zudem Somberg ist, vor einer Insolvenz bei Verbindlichkeiten für den erheblichen Umbau der Getränke- in eine Sporthalle von angeblich mehr als 400000 Euro. Von der Zukunft dieser GmbH hängt auch die Zukunft der Ballers ab, die andererseits Ankermieter der schmucken Arena in Hellern sind, was für den Besitzer und Vermieter der Halle ein Kriterium ist.

Parallel zu Insolvenz und Lizenzentzug dreht sich vieles um die Lizenz für die neue Saison, die mit entsprechenden Unterlagen bis Ende März bei der Liga sein müssen. Die Ballers GmbH wird vermutlich pro forma, die zu gründende neue GmbH in fester Absicht einen Antrag stellen, um durch einen Vertrag zu regeln, dass die Ballers GmbH der neuen GmbH die Lizenz im Fall der Fälle überträgt.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN