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VG-Initiative diskutiert Stadtplanerisches Kühle Geometrie

VG städteplanerisch umgesetzt: Entwurf für einen Platz, an dem sich Kleine und Große Gildewart treffen. Foto: HochschuleVG städteplanerisch umgesetzt: Entwurf für einen Platz, an dem sich Kleine und Große Gildewart treffen. Foto: Hochschule

Osnabrück. Der Raum im Obergeschoss des Café Läer hat wenig mit Friedrich Vordemberge-Gildewart zu tun. Die krummen Deckenbalken und die Blumen-Aquarelle an den Wänden erzeugen eine heimelige Atmosphäre, sind aber weit entfernt von der streng geometrischen Abstraktion des Osnabrücker Malers, Grafikers und Bildhauers. Und doch steht hier „VG“ im Mittelpunkt: Es tagt der Verein unter Vorsitz von Siegfried Hoffmann, der die Initialen des Künstlers im Namen trägt, der Verein, der sich als „VG-Initiative“ für die Kunst des Osnabrücker Konstruktivisten starkmacht. Thema des frühen Abends: Zwei Plätze in Osnabrück könnten, neu gestaltet, VGs Namen tragen.

„Wie bringt man Vordemberge-Gildewart in die Stadt?“, diese Frage stellt nicht nur die VG-Initiative. Von ihr ging auch eine Diplomarbeit aus, die Professor Dirk Manzke an zwei seiner Studierenden des Fachbereichs Freiraumgestaltung an der Hochschule vergeben hat. Die Intention des Städteplaners: Zwei Plätze in Osnabrück sollten nach VG benannt werden, dessen Leben und Ästhetik widerspiegeln, und im Idealfall sollen die Plätze „miteinander kommunizieren“, meint Manzke.

Die Entwürfe von Frank Helmke und Milen Chervenkov, die Helmke vorstellte, kennzeichnen nun zunächst einmal klare Linien. Unverkennbar wirkt hier VGs Geometrie als ästhetische Leitlinie für die Plätze an der Lotter Straße/Ecke Weißenburger Straße sowie den korrespondierenden Platz am Zusammentreffen von Großer und Kleiner Gildewart. Daneben flossen aber in Form geografischer Koordinaten auch biografische Fakten in die Konzeption: Die Koordinaten beziehen sich auf Stationen im Leben VGs, eines Künstlers, den die Nationalsozialisten in die Emigration trieben, der in New York und São Paulo ausstellte, sich an der Documenta I und II beteiligte. Die Koordinaten dieser Stationen wurden auf die Größenverhältnisse des Platzes an der Lotter Straße heruntergerechnet und gliedern den Platz in Form dunkler Pflasterbänder, während die Sitzgelegenheiten für die Lebensstationen stehen.

Wohlwollend nahm die VG-Initiative die Vorschläge zu Kenntnis, unter anderem, weil die „strenge Geometrie“ in engem Bezug zu VG steht. Die Frage ist nun, ob das den Künstler wirklich in die Stadt bringt. Die Diplomarbeit ist dazu allenfalls ein erster Schritt.


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