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Nach zehn Jahren kann es klappen Warten auf weiße Weihnachten

Winter-Wunderland mitten in der Stadt (hier ein Blick in die Krahnstraße): Wahrscheinlich bleibt dieses Jahr die weiße Pracht bis Weihnachten erhalten. Foto: Michael HehmannWinter-Wunderland mitten in der Stadt (hier ein Blick in die Krahnstraße): Wahrscheinlich bleibt dieses Jahr die weiße Pracht bis Weihnachten erhalten. Foto: Michael Hehmann

Osnabrück. Die Aussichten sind nicht schlecht. Dieses Jahr könnte der viel besungene Traum von einer weißen Weihnacht in Erfüllung gehen, auch wenn es zur Wochenmitte vorübergehend milder werden soll. Die Schneedecke ist dick, und zunächst bleibt es winterlich.

Lange hat die Region auf weiße Weihnachten warten müssen. Vor zehn Jahren lag in Osnabrück und Umgebung an den Festtagen zum letzten Mal richtig Schnee. Heiligabend (nach der Bescherung) begann es kräftig zu schneien. Über Nacht bildete sich damals eine elf Zentimeter dicke Schneeschicht. Viele nutzten am ersten Feiertag das sonnige Bilderbuchwetter für eine Schlittenfahrt.

Der Deutsche Wetterdienst in Hamburg hat das Weihnachtswetter der vergangenen 50 Jahre in Osnabrück statistisch ausgewertet. Das Ergebnis ist verblüffend. Schnee an den Festtagen ist im norddeutschen Flachland zwar selten, aber nicht die absolute Ausnahme. Über den gesamten Zeitraum betrachtet gab es deutlich häufiger weiße Weihnachten als nur einmal in zehn Jahren. 14 Ereignisse dieser Art sind verbucht, dieses Jahr dürfte Nummer 15 hinzukommen.

Wenn an wenigstens einem der drei Festtage eine geschlossene Schneeschicht von mindestens einem Zentimeter die Landschaft bedeckt, sprechen Meteorologen von weißen Weihnachten. Rein rechnerisch war das seit 1960 alle drei bis vier Jahre der Fall, wobei eine überdurchschnittliche Häufung in den Sechzigerjahren vorliegt. 1962, 1963, 1964, 1966 und 1969 gab es Weihnachten Schnee, außerdem (meist in geringen Mengen) 1970, 1976, 1978 und 1981. 1986 fielen in der Nacht zum zweiten Weihnachtsfeiertag neun Zentimeter Schnee.

Weiß war es dann noch 1993, 1995 und 1996. Zweimal sind wir in den vergangenen zehn Jahren haarscharf an weißen Weihnachten vorbeigeschlittert. 2009 gab es strengen Frost bis zum 20. Dezember. Anschließend setzte das sogenannte Weihnachtstauwetter ein, das für Norddeutschland typisch ist. Heiligabend lagen bei milden fünf bis acht Grad nur noch einige Schneereste. Erst zum Jahresende kehrte die weiße Pracht zurück. Anschließend stellte sich bis März 2010 einer der strengsten Winter der vergangenen Jahrzehnte ein.

2005 gab es eine ähnliche Wetterlage. Vom 17. bis 19. Dezember lag Schnee, der dann vollständig schmolz. In der Nacht zum 27. Dezember fing es erneut an zu schneien. Die meisten Weihnachtsfeste der zurückliegenden Dekade waren nicht nur schneefrei, sondern auch sehr mild und trocken.

Und so sind die Wetteraussichten für die nächsten Tage: Montag und Dienstag bleibt es kalt, und vermutlich wird es weitere Schneeschauer geben. Mittwoch und Donnerstag zieht eine Warmfront über Norddeutschland hinweg. Die Meteorologen sagen auch etwas Regen voraus, der an der Schneedecke knabbern wird. An den Festtagen sollen dann bei Temperaturen um den Gefrierpunkt wieder weiße Flocken vom Himmel rieseln.


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