Mit viel Esprit und Engagement Soul-Ikone Stefan Gwildis begeistert auf der „NOZ-Kulturbühne"

Begnadete Soulstimme: Sänger Stefan Gwildis mit Pianist Tobias Neumann zu Gast auf der „NOZ-Kulturbühne".Begnadete Soulstimme: Sänger Stefan Gwildis mit Pianist Tobias Neumann zu Gast auf der „NOZ-Kulturbühne".
Thomas Osterfeld

Osnabrück. Zum kleinen Jubiläum ein großer Auftritt: Bei der 20. Ausgabe der „NOZ-Kulturbühne" sorgte die Hamburger Soul-Legende Stefan Gwildis gemeinsam mit Pianist Tobias Neumann für einen hohen Mitschnipp- und Mitwippfaktor – und plauderte mit NOZ-Redakteur Stefan Alberti aus seinem persönlichen Nähkästchen.

So viel Soul war bislang noch nie auf der „NOZ-Kulturbühne". Gwildis lieferte entspannte Grooves mit sanftem  und kraftvollem Timbre ab. Das Saalpublikum beschränkt sich nach wie vor auf Moderator und NOZ-Redakteur Stefan Alberti und die Techniker. Gwildis hatte noch seinen Produzenten und Pianisten Tobias Neumann mitgebracht, der ihm als kongenialer musikalischer Partner diente. 

Kreativ und krisenerprobt   

Nach einem fulminanten Auftakt mit „Heut ist der Tag“ kokettierte Gwildis im Talk mit Alberti mit der Vorstellung, dass dies schon eine Eingewöhnung darauf sei, nach mehr als 40 Jahren im Geschäft vor immer weniger Leuten zu spielen. Das war natürlich reines Understatement angesichts der Tatsache, dass er vor einigen Wochen aufgrund der Corona-Schließung mehr als zwei Dutzend bereits ausverkaufte Konzerte absagen musste. Sich in Krisensituationen einschränken und durchhalten habe er allerdings ebenso von seinen Großeltern gelernt wie das Beste daraus zu machen, verriet der Sohn eines Reifenhändlers und einer Hutmacherin. 

Thomas Osterfeld
Plauderte aus dem Nähkästchen: Stefan Gwildis auf der „NOZ-Kulturbühne".

Bei Gwildis bedeutet das, Radiostationen erfolgreich zur Solidarität mit Musikern auch aus der zweiten Reihe zu bewegen, an den Zusammenhalt der Künstler zu appellieren und nicht zuletzt auch weiter kreativ zu sein. Dabei herausgekommen ist neben Basteleien im Wochenendhäuschen und der Arbeit an einem neuen Musical der leichtfüßig groovende Sehnsuchts-Song „Sommer in der City“, der zumindest in bebilderten Ausschnitten bei der „NOZ-Kulturbühne" erstmals zu hören war.  

Thomas Osterfeld
Im Gespräch mit NOZ-Redakteur Stefan Alberti: Stefan Gwildis.

Herzensprojekt für Musiker mit Handicap

Live spielte das Duo unter anderem die Ballade „Wundervolles Wunder“ als herzzerreißende Hommage an Hebammen. „Eine Handvoll Liebe“ als rezeptartiges Plädoyer für Toleranz und Vielfalt und eigenständige deutsche Versionen von amerikanischen Soul-Klassikern. Mit ihnen gelang Gwildis im Jahr 2003 der Durchbruch, nachdem er auch einige Durststrecken durchzustehen hatte. Mit seiner Musik verknüpft der Hamburger auch immer wieder soziales Engagement. Beispiel: Mit seinem Herzensprojekt „Maakellos“ lebt er Inklusion, indem er musizierenden Menschen mit Handicaps ein Forum gibt. Beim Konzert zu seinem 60. Geburtstag in der Elbphilharmonie trat neben den Kieler Philharmonikern, einem Soulchor aus Elmshorn und seiner eigenen Band auch ein Gebärdenchor auf. So etwas könnte er sich auch für sein Gastspiel im Alando Ballhaus im nächsten März vorstellen, sagte Gwildis. 

Thomas Osterfeld
Bekannt geworden mit deutschsprachigem Soul: Stefan Gwildis.


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